Schüler präsentieren ihr Gymnasium in Gebesee

Gebesee.  Tag der offenen Tür am Oskar-Gründler-Gymnasium in Gebesee. Lehrermangel ist auch dort ein Thema.

Luisa (links) und Lotta können zum Tag der offenen Tür im Biologieraum herumexperimentieren. Anastasia Krämer (rechts) ist an diesem Tag ihre „Hostess“.

Luisa (links) und Lotta können zum Tag der offenen Tür im Biologieraum herumexperimentieren. Anastasia Krämer (rechts) ist an diesem Tag ihre „Hostess“.

Foto: Peter Hansen

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Volles Haus hatte am Donnerstag das Oskar-Gründler-Gymnasium in Gebesee. Zum Tag der offenen Tür konnten sich zukünftige Fünftklässler, deren Eltern und Interessierte anschauen, was die Schule zu bieten hat.

Luisa Schmidt und Lotta Henning aus Herbsleben müssen sich demnächst entscheiden, wohin es nach der fünften Klasse gehen soll. Mehrere Optionen stehen zur Auswahl, eine davon ist Gebesee.

Die beiden 10-jährigen Mädchen konnten sich am Donnerstag ein Bild davon machen, was ab dem Sommer auf sie zukommen könnte. Zum Beispiel konnten sie im Raum für Biologie selbst einmal mit Pipette, Reagenzglas und Zuckerlösung herumexperimentieren, in Mathe Aufgaben mit Günther Jauch lösen oder in Chemie einen Lolli herstellen. Begleitet wurden Luisa und Lotta dabei von Anastasia Krämer. Die 16-Jährige gehörte zu den „Hostessen“, die sich um den schulischen Nachwuchs kümmerten.

Auch die verschiedenen Fächer und Experimente wurden ausschließlich von Schülern vorgestellt und betreut. Und das kam auch ihnen selbst zugute.

Drei fünfte Klassen geplant

Sie mussten sich nämlich im Vorhinein Gedanken zu den Experimenten und Präsentationen machen, ein Konzept schreiben und abgeben und konnten sich damit ihre Note im jeweiligen Fach aufbessern.

Dass Schüler die Neuankömmlinge betreuen, hat aber noch einen anderen Grund, wie die stellvertretende Schulleiterin Katja Mörseburg sagt. „Für die Kleinen ist es schlichtweg einfacher, mit Schülern ins Gespräch zu kommen.“

Drei fünfte Klassen sind für das neue Schuljahr geplant. Je nachdem, wie viele sich für das Gymnasium in Gebesee entscheiden, werden etwa 60 Kinder darauf verteilt. „Eine Klassengröße von etwa 20 Schülern ist optimal“, so Mörseburg.

Denn das sei der Vorteil einer Schule auf dem Land. 480 bis 500 Schüler lernen pro Schuljahr am Gymnasium. „Hier kennt jeder jeden. Das ist gut für die Vertrauensbasis zu den Schülern, aber auch zu den Eltern“, so die stellvertretende Schulleiterin.

Busse kommen erst nach der sechsten Stunde

Auch in Gebesee hat man mit Lehrermangel zu kämpfen. Im Moment können laut Mörseburg alle vorgegebenen Unterrichtsstunden abgedeckt werden. Allerdings dürfte keiner der Lehrer längerfristig krank werden. Die ländliche Lage zwinge die Schule außerdem dazu, den Unterricht und die Betreuung der Schüler bis zur sechsten Stunde zu gewährleisten. Weil das Gymnasium einen großen Einzugsbereich habe, seien die meisten Kinder auf den Bus angewiesen. „Und der fährt nun mal erst am späten Mittag wieder.“

Das Oskar-Gründler-Gymnasium ist unter anderem für sein Schülerorchester bekannt. Und weil auch da immer Nachwuchs gebraucht wird, hat sich die Schule zusammen mit dem Verein „Musik macht schlau“ aus Erfurt etwas Neues für die Fünftklässler ausgedacht: Ab August soll es eine Bläser-Klasse geben. Dort können die Kinder zunächst ein paar Instrumente ausprobieren und dann entscheiden, welches ihnen am meisten liegt. Der Musikunterricht ist in den Schulunterricht integriert, so dass Eltern nachmittags nicht nochmal los müssen, erklärt Steffen Gabel vom Verein „Musik macht schlau“.

Ob das auch Luisa und Lotta überzeugen wird, nach den Sommerferien nach Gebesee zu gehen, bleibt abzuwarten. Ein Pluspunkt könnte es aber sein.

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