Schwammspinner frisst 60 Hektar Eichenwald kahl

Schädlingsbefall im Waldstück. Revierförsterin Seega Stefanie Hesse und Vertreter des Eigentümers Ivo Marx betrachten einen Schwammspinner.

Schädlingsbefall im Waldstück. Revierförsterin Seega Stefanie Hesse und Vertreter des Eigentümers Ivo Marx betrachten einen Schwammspinner.

Foto: Peter Hansen

Bilzingsleben  Das Seegaer Revier des Forstamts Sondershausen bei Bilzingsleben ist betroffen.

Der Borkenkäfer in der Fichte, die Buchen im Trockenstress – und jetzt hat auch noch der Schwammspinner (Lymantria dispar) die Eichen auf 60 Hektar kahl gefressen. „Uns bleibt wirklich nichts erspart“, sagt, eher klagt, Uli Klüßendorf, Leiter des Forstamts Sondershausen.

Noch schlimmer hätte es eigentlich nur sein können, wenn es statt des für Menschen ungefährlichen Schwammspinners der Eichenprozessionsspinner gewesen wäre. Dann hätte der Wald gesperrt werden müssen. Darum, Warnschilder aufzustellen, dass das Betreten des Waldes, zumal abseits der Pfade, gefährlich ist, wird man dennoch nicht umhin kommen.

Buchensterben in Thüringen nimmt bedrohliches Ausmaß an

Diese Woche, so Klüßendorf soll das passieren. Bruchholz, herabstürzende dicke Äste oder gar fallende Bäume sind im staubtrockenen Wald nicht auszuschließen. Das Auto eines seiner Mitarbeiter hat schon eine veritable Eindellung.

Der Schwammspinner, Schlagzeilen machte das als Schmetterling eher unscheinbare Tierchen aus der Familie der Eulenfalter zuletzt, als seine Raupen in Gera ganze Häuser okkupierten und erwogen wurde, die menschlichen Bewohner in Notunterkünfte zu verfrachten, hat Eichen auf rund 60 Hektar im Wald zwischen Bilzingsleben und Düppel ratzekahl leer gefressen. Es ist das Seegaer Revier von Försterin Stefanie Hesse, die hofft, dass die vom Kahlfraß geschwächten Bäume wieder Kraft finden.

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