Sömmerda: Neue Einsatzkleidung für die Freiwilligen Feuerwehren

Sömmerda.  150 Garnituren, Jacken und Hosen, für die Freiwilligen Feuerwehren in Sömmerda Stadt und den Ortsteilen können geordert werden.

Für den Einsatz bereit: Die Einsatzkleidung der Freiwilligen Feuerwehr Leubingen hängt, steht und liegt für den Ernstfall im Umkleideraum bereit.

Für den Einsatz bereit: Die Einsatzkleidung der Freiwilligen Feuerwehr Leubingen hängt, steht und liegt für den Ernstfall im Umkleideraum bereit.

Foto: Jens König

Ein mittlerer Aufreger, ein paar Nachfragen, eine Ermahnung und ein einstimmiger Beschluss: Sömmerdas Feuerwehrmänner und -frauen, selbstverständlich in der Kernstadt und in den Ortsteilwehren, bekommen neue Einsatzkleidung. 150 Garnituren können geordert werden. Der Stadtrat machte dafür jetzt den Weg frei und gab grünes Licht für eine überplanmäßige Ausgabe von 65.000 Euro. Insgesamt kosten die Spezial-Jacken und -hosen 182.004 Euro. Eine stolze Summe. Sie ließ Torsten Czuppon (AfD), obwohl er die Notwendigkeit der bestmöglichen Ausrüstung der ehrenamtlichen Helfer anerkenne, nachfragen. Er habe im Katalog nachgeschaut und da seien Feuerwehrsachen, nicht die billigsten, günstiger zu haben. „Ich kann die Zahlen nicht nachvollziehen“, sagte er. Zumal es jetzt um noch einmal 146 Euro mehr pro Garnitur gehe. Das könne auch nicht mit nachträglich aufgenommenen Corona-bedingten Anschaffungen (FFP2-Masken und Einwegschutzanzüge) begründet werden. Der Stadtrat trage schließlich auch Verantwortung dafür, dass kein Geld hinausgeworfen werde.

Stefan Schönfeld, Sömmerdas Stadtbrandmeister, begründete die Kosten mit der in der Ausschreibung geforderten Qualität der textilen Ausrüstung. Die richte sich nach den Erfordernissen laut Gefahrenanalyse nicht nur im Löscheinsatz, sondern auch bei Verkehrsunfällen u.a. auf der Autobahn. Die anzuschaffende Bekleidung sollte den Einsatzkräften durch integrierte Signalfunktionen zum Beispiel das zusätzliche Drüberziehen von Warnwesten ersparen. Die Kostensteigerung wiederum resultiere daraus, dass die Kostenschätzung („Da lagen wir gar nicht schlecht!“) schon eine Weile zurückliege. Auch habe es in Pandemiezeiten in Teilbereichen geradezu rasante Kostenentwicklungen hin zu nachgerade Phantasiepreisen gegeben.

Bürgermeister Ralf Hauboldt (Linke) wies die Stadträte auf eine „Frechheit“ hin, die Czuppons Fraktionsvorsitzender Sven Röbbenack sich in der Vergabesache geleistet habe. Dieser habe ins laufende Ausschreibungsverfahren hinein Kontakt zu einem der Anbieter aufgenommen. „Das ist mir in 25 Jahren Kommunalpolitik nicht untergekommen“, polterte Hauboldt. Er könne nur hoffen, dass der Stadt daraus keine Nachteile erwüchsen. Röbbenack fehlte krank. Matthias Werner (SBBS/BIS) erinnerte an die erfolgte Verpflichtung jedes Stadtratsmitglieds. Czuppon nannte nur Röbbenacks Namen und fügte ein „Na ja“ an, während Stefan Wiebach (Linke) Schönfeld aufforderte, bei der Mittelanmeldung für nächstes Jahr die Stiefel ja nicht zu vergessen. Denn dann sei das Thema Feuerwehrausrüstung endlich insgesamt vom Tisch. Zuvor hatte Schönfeld erklärt, dass die Sömmerdaer Wehren da noch Nachholebedarf hätten, während die Ausstattung mit Helmen schon gut sei.

Hauboldt betonte schließlich, dass über den Bedarf nicht gestritten werden müsse. Der sei da und gerechtfertigt: „Es gibt ein Leistungsverzeichnis!“

Das letzte Wort vor der Abstimmung hatte der Stadtratsvorsitzende Burkhard Zeidler (CDU), der unschlagbare Hausfrauenlogik zitierte: „Meiner Frau ihre Tante sagte immer: Wer billig kauft, kauft zweimal!“

Der Lieferauftrag geht an die BTL Brandschutztechnik GmbH Leipzig mit Sitz in Kabelsketal.