Sömmerda zeigt Grenz-Erfahrungen

Sömmerda  Ausstellung in der Bonifatiuskirche ist ein gemeinsames Projekt vom Offenen Jugendtreff B27 und Thepra-Migrationsberatung

Willi Küster berichtete über die Entstehung und den Werdegang des Projektes, in das Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft eingebunden waren. Sie erzählen über ihre Erfahrungen mit Grenzen.

Willi Küster berichtete über die Entstehung und den Werdegang des Projektes, in das Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft eingebunden waren. Sie erzählen über ihre Erfahrungen mit Grenzen.

Foto: Peter Hansen

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Ein Foto mit Symbolcharakter: Ein Mann mittleren Alters beugt sich, auf einer Klappleiter stehend, nach unten, um mit fester Hand einem Jugendlichen zum Aufstieg zu verhelfen. Mit diesem Sinnbild setzen Willi Küster (59), Leiter des Offenen Jugendtreffs B27, und Mayad (15) aus Syrien, Schüler in Erfurt, ihre Erfahrungen mit der Alters-Grenze um.

Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung wurde gestern Vormittag in der Bonifatiuskirche die Ausstellung „Grenzen“ eröffnet. Diese ist ein gemeinsames Projekt der Thepra Migrationsberatung Erfurt und des Offenen Jugendtreffs B27 der Stadt Sömmerda. Gefördert wurde sie durch die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Sömmerda.

Die Ausstellung zeigt, welche Grenzen das Leben der Projekt-Teilnehmer beeinflussen und wie sie sich damit auseinandersetzen. Ihren Niederschlag finden die Auseinandersetzungen bzw. die Grenzen sichtbar in Wort und Bild, in Plastiken oder Collagen.

Pfarrerin Inga Mergner, die Bürgermeister Ralf Hauboldt, Akteure und interessierte Gäste mit dem kirchlichen Lied „Meine engen Grenzen“ begrüßte, erinnerte in einführenden Worten an innere und äußere Grenzen des Menschen. „So einfach das klingt – alles hat Grenzen.“ Mancher wage nicht, sich seine Grenzen einzugestehen durch die eigenen Ansprüche an sich selbst. Sie lade alle ein, über Grenzen nachzudenken.

An das vorherige, erfolgreiche Projekt „Mit unseren Augen“, das mit Platz 3 beim Thüringer Demokratiepreis im Jahr 2017 ausgezeichnet wurde, erinnerte Bürgermeister Hauboldt. Die Bonifatiuskirche sei ein würdiger Platz für die neue Ausstellung. Er dankte Pfarrerin Mergner für ihre ergreifende Wortwahl und der Kirchgemeinde. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die Auseinandersetzung mit Grenzen ein stetiger Prozess sei.

Jugendtreff-Leiter Willi Küster sprach auch im Namen seiner Kollegin Constanze Hebs ein Dankeschön an alle Partner und Unterstützer aus. Er erinnerte an die Anfänge des Grenzen-Projektes im Mai vergangenen Jahres, als sich gut 20 Interessierte zusammenfanden. „Deine Grenzen finden, neu er-richten, überwinden, akzeptie-ren“, hieß es für das Sömmerdaer Team wie für die Kollegen der Erfurter Migrationsberatung des Thepra-Landesverbandes.

Am Anfang habe der Besuch des Grenzmuseums Point Alpha gestanden – eine besondere Erfahrung. Ein paar Leute sprangen ab, berichtete Küster. Der Rest machte sich daran, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Wir hatten alle Lust, sowohl deutsche als auch geflüchtete Jugendliche und Erwachsene“, blickte Küster zurück. Entstanden sind Tafeln mit Geschichten und Kunstformen, die dieser Grenze ein Gesicht geben: Fotos, Bilder, Plastiken, gar eine Vogelscheuche.

Eingebettet ist das Projekt in die Aktionen „Denk bunt“ und „Demokratie leben“. Es wird gefördert vom Bundes- und Landeskultusministerium.

Ausstellung „Grenzen“, zu sehen bis 22. September in der Bonifatiuskirche Sömmerda. Den Kirchenschlüssel gibt es im Gemeindebüro und im „Schmökereck“

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