Sömmerdaer in Musik und Karneval engagiert

Sömmerda.  Der 19-jährige Toni Fischer aus Sömmerda erhält den Bürgerpreis in der Kategorie „U21“.

Toni Fischer ist als Sänger und Trompeter der Bigband Jambory bekannt. Auch Karneval und Wasserrettung gehören zu seinen Hobbys.

Toni Fischer ist als Sänger und Trompeter der Bigband Jambory bekannt. Auch Karneval und Wasserrettung gehören zu seinen Hobbys.

Foto: Peter Hansen

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Zum sechszehnten Mal ehrte die Sparkassenstiftung Sömmerda das ehrenamtliche Engagement von Menschen, die sich in besonderer Weise im Landkreis bürgerschaftlich einsetzen. Toni Fischer aus Sömmerda erhielt den Bürgerpreis 2019 in der Kategorie „U21“. Er zog die Aufmerksamkeit der Jury auf sich, weil er sich gesellschaftlich in Sömmerda einbringt – entgegen der heutigen Empörungsgesellschaft, die gerade bei der Jugend eher zu Verdrossenheit statt zu Engagement führt.

Gerade einmal 19 Jahre ist Toni Fischer alt, hat seit vergangenem Sommer sein Abitur mit einem Notenschnitt von 1,3 in der Tasche und studiert nun Mathe und Physik auf Lehramt in Leipzig.

Ganz im Gegensatz zu seinen eher theoretischen Berufsinteressen, widmet sich Fischer in seiner Freizeit vor allem seinen musischen Fähigkeiten. Bis zum Studienbeginn im vergangenen Oktober war der 19-Jährige jahrelang Sänger und Trompeter in der Sömmerdaer Bigband Jambory, nahm Gesangs- und Trompetenunterricht an der Kreismusikschule.

Singen in der Straßenbahn

„Im Moment singe ich aber eher für mich. In der Straßenbahn oder unter der Dusche zum Beispiel“, erzählt Fischer und schmunzelt dabei. Wegen des Studiums in Leipzig komme der Hobbymusiker nur noch an den Wochenenden nach Hause – keine Zeit mehr für Gesangsunterricht und Bandproben in der Heimat.

Und auch an den Wochenenden ist an Entspannung nicht zu denken. Denn neben Treffen mit Freunden und Familie ist Fischer außerdem aktives Mitglied im Faschingsclub Rot-Weiß Sömmerda, wo gerade jetzt in der Karnevalszeit viele Proben und Auftritte auf der Agenda stehen. „Das Wochenendprogramm ist im Moment schon echt straff“, sagt Fischer.

Der Sömmerdaer tanzt im Männerballett oder steht singend auf der Bühne. „Beim Karneval singe ich allerdings nur Playback“, erzählt Fischer. Das sei beim Fasching so Tradition. Das bedeute aber nicht weniger Aufwand, weiß der Musiker, weil er die Lieder vorher auswählen, umschreiben, einstudieren und aufnehmen muss. Das Lied für den diesjährigen Karneval in Sömmerda hat Fischer schon ausgesucht, den Refrain bereits angepasst. Welches Lied das ist, daraus macht Fischer aber noch ein Geheimnis.

Auf der Suche nach einer neuen Band

Neben Sologesang, Trompete und Fasching ist Toni Fischer außerdem seit etwa sechs Jahren bei der Wasserwacht engagiert. Die wöchentlichen Trainings kann er allerdings nun nur noch in den Semesterferien wahrnehmen. Um dann beim Training nicht hinterher zu hinken, geht er auch in Leipzig oft schwimmen. „Da kann ich zwar keine Rettungsgriffe und Erste Hilfe trainieren, aber ich halte mich immerhin fit“, sagt der 19-Jährige.

Auf die Frage, ob ihm der volle Terminkalender nicht manchmal zu viel werde, schüttelt Fischer den Kopf. Schon in der Schulzeit war er jeden Nachmittag unterwegs – neben dem ganzen Abitur-Lernstress.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass er nun auch in Leipzig etwas sucht, das die fehlenden Bigband-Auftritte kompensieren kann. Denn am meisten vermisst der 19-Jährige das Singen. Das erste Semester an der Uni nutze Fischer dafür, sich einzuleben, Freunde zu finden und sich ins Studium einzuarbeiten. Für das neue Semester hat er sich fest vorgenommen, sich an einer Musikschule in Leipzig anzumelden, um wieder Gesangsunterricht nehmen zu können.

„Vielleicht findet sich ja auch wieder eine Band, die einen Sänger sucht“, hofft der Musiker. Er will sich auf jeden Fall um einen Platz in der Bigband der Universität bemühen – egal ob mit Trompete oder als Sänger.

Ein besonderer Traum

Und obwohl Fischer schon beim Sömmerdaer Promusica-Chor mitwirkte und sogar im Vorstand saß, will er in Leipzig keinem Chor mehr beitreten. „Ich singe lieber allein“, sagt er. Dabei wolle er nicht abgehoben rüberkommen. Er werde einfach lieber alleine kreativ, ohne sich an viele andere anpassen zu müssen. Vor allem Stücke aus Musicals liegen dem 19-Jährigen, wie er selbst sagt. „Das Wunder von Bern“ zählen aktuell zu seinen Favoriten.

Mit der Musik später einmal Geld zu verdienen, daran glaubt Toni Fischer nicht. Einen Traum hegt er aber trotzdem: Einmal bei der Halbzeitshow beim Super-Bowl singen – dem Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga.

Nach seinem Lehramtsstudium will Fischer aber erstmal wieder zurück nach Sömmerda kommen. Der Bürgerpreis treibe ihn nun zusätzlich an, sich in der Region weiter gesellschaftlich zu engagieren.

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