Sömmerdaer können weiter Blut spenden

Landkreis.  Besondere Vorsichtsmaßnahmen werden derzeit beim Blutspenden getroffen. Mundschutz soll Spender und medizinisches Personal schützen.

Das erste Mal überhaupt zum Blutspenden war Christian Schröder aus Bilzingsleben. Er war einer der 50 Spender, die am Mittwoch im Mehrgenerationenhaus Kindelbrück Blut spendeten. Die leitende Schwester Elise Peter vom Institut für Transfusionsmedizin Suhl betreute den edlen Spender.

Das erste Mal überhaupt zum Blutspenden war Christian Schröder aus Bilzingsleben. Er war einer der 50 Spender, die am Mittwoch im Mehrgenerationenhaus Kindelbrück Blut spendeten. Die leitende Schwester Elise Peter vom Institut für Transfusionsmedizin Suhl betreute den edlen Spender.

Foto: Jens König

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Blutspenden sind aktuell wichtiger denn je. Deshalb steht in der aktuellsten Allgemeinverfügung des Landratsamtes Sömmerda auch explizit geschrieben: Blutspendetermine sind zu ermöglichen.

Denn auch, wenn die aktuelle Corona-Pandemie das öffentliche Leben fest im Griff hat, alle anderen Erkrankungen legen deshalb keine Pause ein. Und für deren Behandlung werden mitunter auch Blutkonserven benötigt.

Das Institut für Transfusionsmedizin aus Suhl (ITMS), das im Landkreis Sömmerda regelmäßig Blutspendeaktionen durchführt, will an den gesetzten Terminen festhalten. Allerdings suche das Unternehmen in vielen Fällen gerade nach Ausweichobjekten, weil zum Beispiel Aktionen in Alten- oder Pflegeheimen geplant waren, berichtet Unternehmenssprecherin Susanne Brunne. In den Heimen herrscht, aus gutem Grund, seit einigen Tagen generelles Besuchsverbot. Deshalb muss umgedacht werden.

Hygiene und Sicherheitsabstand oberstes Gebot

Insgesamt sind vom Suhler Institut in der kommenden Woche 53 Blutspendetermine in mehreren Landkreisen vorgesehen. Nur acht davon müssen abgesagt werden. In der aktuell schwierigen Lage ein guter Schnitt, findet Susanne Brunne. „Wir hangeln uns bei der Organisation von Woche zu Woche.“

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei gerade jetzt aber besonders hoch, sagt die Sprecherin. Sie könne nicht bestätigen, dass die Blutspenden ausbleiben. „Tendenziell werden es sogar mehr.“

Die Blutspendenaktion am Mittwoch in Kindelbrück beispielsweise war gut besucht. Doch diese positive Entwicklung genieße man unter den Mitarbeitern des Instituts mit Vorsicht, sagt Susanne Brunne. „Die Lage kann sich schließlich jeden Tag ändern.“

Seit das Coronavirus auch in Deutschland um sich greift, sind Hygiene, Sicherheitsabstand und gründliche Untersuchungen oberstes Gebot bei jedem Blutspendetermin. Bevor ein potenzieller Spender die Lokalität überhaupt betreten darf, in der die Blutspendeaktion stattfindet, wird Fieber gemessen. Am Eingang, im Warte- und auch im Spenderbereich stehen Desinfektionsmittel bereit, und die Liegen stehen im vorgegebenen Abstand nebeneinander. Für die zusätzlichen Maßnahmen wurde zusätzliches Personal akquiriert.

Auch der klassische Imbiss, den die Spender nach ihrer Sitzung normalerweise bekommen, um sich zu stärken, ist derzeit ausgesetzt. Es gibt dafür ein kleines „Versorgungstütchen“ mit Krackern und ein bisschen Schokolade zum Mitnehmen.

Sobald es den Leuten nach der Blutentnahme wieder gut geht, sollen sie das Spenderlokal so schnell wie möglich verlassen – zum Schutz des Personals und der anderen Spender. „Auf die sonst übliche Tasse Kaffee und den kleinen Plausch müssen die Leute derzeit verzichten“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Das Wichtigste sei im Moment, die Blutversorgung für die kommenden Wochen aufrechtzuerhalten. Denn Blutkonserven sind nur wenige Tage haltbar und können nicht gehortet werden, erklärt Brunne.

Zu den Blutspendeterminen des DRK kommen seit der Ausbreitung des neuartigen Virus viel weniger Leute, bedauert der Chef des DRK-Kreisverbands Sömmerda/Artern, Thomas Haupt. Woran das genau liegt, ob die Leute wegen der massiven öffentlichen Einschränkungen nicht kommen können oder aus Unsicherheit nicht kommen wollen, das vermag er nicht zu sagen.

Einige Blutreserven gibt es noch, allerdings reichen die nur noch für wenige Wochen. Was die seltenen Blutgruppen betrifft, so wird es bereits jetzt knapp, sagt Haupt. „Wir tun bei den Terminen alles dafür, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Leute müssen keine Angst haben.“

So weit es möglich ist, will das DRK an den angesetzten Terminen festhalten. Allerdings nicht um jeden Preis. Die Blutspendeaktion, die im April auf der Rettungswache im Rohrborner Weg in Sömmerda stattfinden sollte, wurde abgesagt. Ein dadurch erhöhter Besucherverkehr an einem Ort, an dem dringend gebrauchte Rettungskräfte arbeiten, sei zu risikobehaftet, so Haupt.

Auch der geplante Blutspendetermin am 25. März in Kölleda musste ausfallen, weil die Räumlichkeiten des Seniorenclubs nicht groß genug sind, um den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Der nächste Termin des DRK steht planmäßig erst Ende Mai wieder an – wieder in Kölleda. „Wir hoffen, dass sich die Lage bis dahin beruhigt hat.“

Mit Stand Donnerstag finden die nächsten Blutspendetermine des ITMS am 3. April in Buttstädt im Coudray-Haus, von 15 bis 18.30 Uhr, und am 9. April jeweils in Kleinbrembach im Dorfgemeinschaftshaus und in Rastenberg im Haus des Gastes, von 16.30 bis 19 Uhr, statt.

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