Sömmerdaer Polizei auf Karneval vorbereitet

Landkreis.  Die Polizei verzeichnet kaum Straftaten in der Karnevalssaison. Trotzdem sind mehr Beamte im Einsatz.

Faschingsumzüge werden entweder von der Polizei oder von der Feuerwehr abgesichert.

Faschingsumzüge werden entweder von der Polizei oder von der Feuerwehr abgesichert.

Foto: Peter Hansen

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Die Karnevalssaison geht in den kommenden zwei Wochen in die heiße Phase. Mit Stand Donnerstag sind im Landkreis Sömmerda 37 Karnevalsveranstaltungen und neun Karnevalsumzüge gemeldet. Täglich kommen neue hinzu. Das ist auch für die Einsatzkräfte der Polizei eine Herausforderung.

Man könne den Karneval in Sömmerda zwar nicht mit dem in Erfurt oder gar in Köln vergleichen, sagt der Polizeichef. Die meisten Veranstaltungen finden auf den Dorfsälen statt, die Umzüge werden ebenfalls recht klein gehalten. „Trotzdem sind wir vorbereitet“, sagt Torsten Donner, Chef der Polizeiinspektion Sömmerda. In den vergangenen Jahren habe man genügend Erfahrung gesammelt, um die Lage einschätzen zu können. Und dabei habe man außerdem eine erstaunliche Erkenntnis gewonnen, berichtet Michael Rothe. Er ist der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Sömmerdaer Polizei und ihm obliegt auch die Planung rund ums Faschingsspektakel.

Obwohl, vor allem in den Dörfern, teilweise heftig gefeiert werde, sei es einsatztechnisch in den vergangenen Jahren erstaunlich ruhig gewesen. „Höchstens ein oder zwei Vorfälle wurden im vergangenen Jahr dokumentiert“, so Rothe. 2019 gab es im Landkreis 51 Faschingsveranstaltungen und sieben Umzüge.

Bundesstraßen werden von der Polizei gesperrt

Alle öffentlichen Vorhaben in der närrischen Zeit müssen bei den zuständigen Behörden angemeldet werden. Die Behörden geben die Veranstaltungsmeldungen dann weiter an die Polizei.

Noch vor zwei Jahren war ausschließlich die Polizei für die Absicherung von Straßenumzügen verantwortlich, sagt Torsten Donner. Dann allerdings kam eine Gesetzesänderung, nach der nun auch Feuerwehren die Absicherung übernehmen können. Geht es aber um viel befahrene Straßen, sperrt weiterhin die Polizei ab.

Die Genehmigungen der Streckenführungen müssen ebenfalls immer über den Tisch der Polizeibeamten gehen. „Die Sicherheit und Ordnung muss immer gewährleistet sein. Wenn aus unserer Sicht etwas nicht hinhaut, empfehlen wir eine Änderung“, sagt der Polizeichef. Zwar sei die Zustimmung der Polizei nicht zwingend erforderlich, aber „wenn wir nein sagen, wird sich keine Behörde darüber hinwegsetzen“, so Donner.

Die Zahlen der Delikte, die während der Karnevalszeit in den vergangenen Jahren begangen wurden, seien merklich zurückgegangen, so Michael Rothe. „Fasching hat sich im ländlichen Raum zu einem traditionellen, heimatbezogenen Fest entwickelt. Teilweise ist es der Jahreshöhepunkt eines Dorfes. Es ist mit der Zeit ruhiger geworden.“

Nach Veranstaltungen wird auch präventiv kontrolliert

Noch vor zehn bis fünfzehn Jahren, so der Polizeichef, waren Alkohol- und Drogenfahrten, Schlägereien und Diebstähle an der Tagesordnung bei Faschingsveranstaltungen. „Die Leute sind vernünftiger geworden“, sagt Rothe.

Die Polizei habe in den vergangenen Jahren verkleidete Feierwütige offensiv kontrolliert. Und das zeigte Wirkung. „Dass wir in dieser Zeit besonders präsent sind, hat sich anscheinend herumgesprochen“, so Rothe. Die Polizei überprüfe nicht nur im fließenden Verkehr, sondern auch präventiv, damit Betrunkene gar nicht erst ins Auto steigen.

„Im vergangenen Jahr haben wir bei den Kontrollen nicht ein Vergehen festgestellt. Entweder die Fahrer haben über den Abend nichts getrunken, oder Oma und Opa wurden akquiriert“, berichtet Michael Rothe. Auch Schlägereien sind selten geworden. Beschwerden wegen Ruhestörungen gehen dagegen immer mal wieder bei der Polizei ein. „Das ist beim Fasching aber nun mal so“, sagt Rothe.

Trotz des von der Polizei erwarteten ruhigen Verlaufs der nächsten Wochen sei man wachsam. Wie jedes Jahr werden laut Torsten Donner in der Hochzeit des Karnevals wieder mehr Beamte als üblich im Einsatz sein. Und auch die sogenannten Kontaktbereichsbeamten (Kobbs) werden in ihrem Bereich verstärkt kontrollieren.

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