Spagat zwischen Pro und Kontra zur Landgemeinde

Kannawurf  Kannawurfs Ortschaftsrat konstituiert sich. Thema Landgemeinde Kindelbrück beschäftigt die Abgeordneten

Etwas ratlos wirkten die am 26. Mai neu gewählten Mitglieder des Kannawurfer Ortschaftsrates bei ihrer konstituierenden Sitzung am Montagabend. Außer der Genehmigung der Sitzungsniederschrift vom 19. März konnten keine weiteren Beschlüsse gefasst werden. Noch ist der Haushalt für die Landgemeinde Kindelbrück nicht festgezurrt. Ortschaftsbürgermeister Sandro Knauf blieb nur, seine Räte Uwe Völlger, Fred Berghof, Stefan Müller und Jens Berghof (Dirk Otto und Manfred Knauf fehlten entschuldigt) über den Planungsstand zu informieren. Der Haushalt habe derzeit in der Landgemeinde oberste Priorität.

Zuvor hatte Knauf die Abgeordneten per Handschlag verpflichtet. Aus ihrer Mitte wurde Stefan Müller (3 Stimmen, Manfred Knauf 2) zum stellvertretenden Ortschaftsbürgermeister sowie zum Schriftführer gewählt.

Die Abstimmung über die Verwendung von 140.000 Euro aus der „Hochzeitsprämie“ wurde vertagt. Ein großes Problem für Kannawurf stellt die nicht mehr normgerechte Feuerwache dar. Sie stehe vor der Schließung, informierte Knauf, der auch Wehrführer ist. Erste Architekten-Schätzungen sprechen von etwa 600.000 Euro für den Umbau des Heizhauses der ehemaligen Schule, wo jetzt schon Feuerwehrtechnik lagert. Entweder die vier Ortschaften der Landgemeinde legen zusammen und „opfern einen Teil der Hochzeitsprämie für dieses Vorhaben oder wir können uns abmelden“, so Knauf resigniert. Ein Feedback aus den Mitgliedsorten dazu habe er bislang nicht.

Zur Verwendung des Vereinsgeldes in Höhe von 7863 Euro gab es geteilte Meinungen, jedoch zwei einvernehmliche Entscheidungen. Jeweils 500 Euro sollen der Ausrichtung von Kirmes sowie Heimatfest zugute kommen. Mit Blick auf die 2021 anstehende 800-Jahr-Feier soll Geld eingefroren werden.

Danach entspann sich ein Diskurs über Sinn und Zweck der Landgemeinde. „Einen Mehrwert der Landgemeinde sehe ich nicht mehr“, äußerte Stefan Müller, dem die Räte beipflichteten. Es sei ein Unding, 750.000 Euro für die Verwaltung auszugeben, fügte Jens Berghof an. Er sei auch bereit, einen Beschluss zum Austritt Kannawurfs aus der Landgemeinde in den Rat einzubringen. Von „Wo geht die Reise hin, die Leute verstehen es nicht mehr“ über „Wir gucken uns das noch eine Weile an“ bis „Wir machen uns doch lächerlich“, reichten die Meinungen.

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