Steine von Rang und Namen

Kannawurf  Künstlerhaus Thüringen und Gäste stellen auf Schloss Kannawurf Einfriedung des künftigen Renaissancegartens fertig

Simon Bruhn darf die Namensgeber-Rechte für einige Kaventsmann-Brocken in der Mauer für sich reklamieren.

Simon Bruhn darf die Namensgeber-Rechte für einige Kaventsmann-Brocken in der Mauer für sich reklamieren.

Foto: Armin Burghardt

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„Wir brauchen Schmatze! Schnell!“, ruft Heinz Barth in Richtung Schlossvorplatz. Da dreht sich schön gleichmäßig die Trommel des Betonmischers und Hartmut Schwarm, hier von allen Schwärmchen gerufen, füttert eifrig den gierigen Schlund.

Schubkarre für Schubkarre bringt er anschließend die begehrte Mischung um die Ecke. Kannawurfs Künstlerhaus baut eine Mauer. Und das mit Absicht. Dass die in diesem Abschnitt ausgerechnet heute, am 13. August, fertig wird, ist allerdings purer Zufall. Es bietet aber Gelegenheit, sich ein paar Gedanken zu machen.

Ohnehin ist es ja so, dass, wenn Kreative sich ins Handwerkliche stürzen, die freien Kapazitäten zwischen den Ohren dennoch auch etwas zu tun haben wollen. „Ein Stein, ein Kalk, ein Bier“ reichen da nicht.

Die Männer vom Künstlerhaus und ihre mit anpackenden Gäste, gerade sind es Katja Wiese, Gründerin und Geschäftsführerin von Naturefund, und der Hallenser Schauspieler und Theatergründer Jonas Schütte (Volksbühne am Kaulenberg) sowie als durchreisender Vertreter der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein Simon Bruhn aus Flensburg, haben sich darauf verlegt, den Steinen, die sie verbauen, Namen zu geben. Auf der Ostseite arbeiten sie den Kanon der russischen Weltliteratur, -kunst und Zeitgeschichte ab. Fjodor, Iwan, Wassili, Wladimir, Grigori, aber auch Olga, Wassilissa, Natascha. Letztere brauchte, um sich einzufügen, eine Nasen-OP. „Josef haben wir irgendwie vergessen“, sagt Heinz Barth grüblerisch.

Aber dafür ist es nun zu spät. Simon zu Ehren wird Richtung Westen mit den Skandinaviern weitergemacht. Ole, Annbritt. Jetzt kommt Kurt. „Kurt?“, fragt Roland Lange irritiert, „Wieso Kurt?“ Simon Bruhn gibt Aufklärung. „Wallander“, sagt er und packt einen Riesenbrücken von Sandstein obenauf auf den Mauerstumpf, wo er gleich eingeschmatzt wird. Die Arbeit geht ihnen flott von der Hand. Bald wird die künftige Renaissancegarten-Anlage komplett eingefriedet sein.

„Wenn wir das feiern, laden wir auf jeden Fall Meister Klein ein“, sagt Roland Lange. „Von ihm haben wir alles gelernt. Mal sehen, welche Note er unserer Fortsetzung seines Ein-Mann-Projektes gibt! Zwei Drittel der Mauer hat er allein gebaut.“

Demnächst steht auf Schloss Kannawurf ein nächster Meilenstein-Termin an. Das geplante Besucher-Informationszentrum wird wieder ein Stück mehr Realität werden. Ein Fördermittelbescheid ist in Aussicht gestellt.

Nächste Veranstaltungen auf Schloss Kannawurf: 24. August, 18 Uhr, Green Castle Concerts #2, tanzbare Klänge und gesellige Atmosphäre 31. August, ab 17 Uhr, 9. Bluesfest

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