Sturmschäden im Landkreis Sömmerda nicht so schlimm wie erwartet

Landkreis.  Die Feuerwehren im Landkreis verzeichnen in der Sturmnacht vier Einsätze. Dachdecker und Forstleute sind besonders gefordert.

Sturmtief „Sabine“ hat im Wald bei Rastenberg Schäden angerichtet.

Sturmtief „Sabine“ hat im Wald bei Rastenberg Schäden angerichtet.

Foto: Jens König

Geringer als erwartet sind die Sturmschäden im Landkreis Sömmerda bisher ausgefallen, die das Sturmtief „Sabine“ angerichtet hat. Eine amtliche Unwetterwarnung bestand seit Sonntagmittag für ganz Thüringen. Gewitter und orkanartige Böen mit Windstärken zwischen 105 und 119 Kilometer pro Stunde wurden erwartet. Doch der ganz große Sturm blieb, zumindest in Sömmerda und Umland, aus. Die Unwetterwarnung wurde am Montagvormittag vom Deutschen Wetterdienst wieder aufgehoben.

Während die Feuerwehren in den umliegenden Landkreisen in der Nacht zu Montag und auch noch im Laufe des gestrigen Tages mehrmals ausrücken mussten, blieb es im Sömmerdaer Landkreis weitestgehend ruhig. Kein einziges Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Sömmerda bisher wegen Sturmschäden ausrücken, wie Stadtbrandmeister Stefan Schönfeld auf Anfrage mitteilte. Lediglich in Orlishausen wurde die dortige Feuerwehr einmal alarmiert, weil zwischen dem Sömmerdaer Ortsteil und Schloßvippach ein größerer Ast auf die Straße gefallen war.

„Wir sind froh, dass der Sturm uns nicht so erwischt hat, wie es angekündigt war“, sagt Schönfeld. „Ein Einsatz ist immer gefährlich, wenn ein solcher Sturm tobt.“ Trotzdem sei man vorbereitet gewesen, so der Stadtbrandmeister weiter.

Stadtmitarbeiter kümmern sich um Windbruch und Flugmüll

Auch im Rest des Landkreises blieb es laut einer Sprecherin des Landratsamtes überwiegend ruhig. Neben Orlishausen wurden lediglich die Feuerwehren von Olbersleben, Kindelbrück und Kölleda jeweils einmal gerufen, um umgestürzte Bäume oder heruntergefallene Fassadenteile von den Straßen zu räumen.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien am Montag vor allem damit beschäftigt gewesen, umgestürzte Straßenschilder wieder aufzustellen und Windbruch und Flugmüll von Straßen, Gehwegen und aus Grünanlagen zu beseitigen, so eine Stadtsprecherin. Bisher seien keine Schadensmeldungen an städtischen Gebäuden und Stadtmobiliar eingegangen. Sämtliche Mitarbeiter seien aber weiter angehalten, im Rahmen ihrer Touren nach Schäden Ausschau zu halten“, heißt es aus dem Sömmerdaer Rathaus.

Das sei laut Jan Klüßendorf, Leiter des Forstamtes Bad Berka, auch die Aufgabe der Mitarbeiter im Wald rund um Bachra, Rastenberg und Schafau. Doch weil der Sturm weiter anhalte, wurden am Montag vorsorglich alle Forstleute abgezogen. Der Schaden könne demnach noch nicht abgeschätzt werden. Auch Waldbesucher bittet der Forstamtschef, ihre Spaziergänge in den kommenden drei bis vier Tagen auf Freiflächen zu verlegen. „Es ist einfach zu gefährlich“, so Klüßendorf.

Bruch mindert Wert des Holzes

Sobald sich der Sturm lege, werde das Holz aufgearbeitet. Zuerst werden die Hauptwege beräumt, danach das restliche geschädigte Holz aus den Wäldern geholt. Sturm „Sabine“ habe nicht für riesige Kahlflächen, aber für viel Bruchholz, also abgeknickte Bäume, gesorgt. Das bedeute größeren Wertverlust beim Holz, als wenn die Bäume entwurzelt umgefallen wären, berichtet Klüßendorf.

Stürme wie „Sabine“ stellen aber nicht nur Forstleute vor Herausforderungen, auch für die Dachdecker bedeutet der orkanartige Wind mehr Arbeit. Im Familienbetrieb von Michael Arfmann aus Kölleda stand das Telefon seit dem frühen Montagmorgen nicht mehr still, wie seine Frau Diana Arfmann informiert. Sie koordiniert die Termine ihres Mannes. Dabei müssen Prioritäten gesetzt werden. Wird zum Beispiel ein Dach durch den Sturm so beschädigt, dass es bei den Hausbewohnern reinregnet, hat das erste Priorität, erklärt Arfmann.

Am Montag erreichten den Betrieb aber vor allem kleinere Meldungen wie abgerissene Vordächer, weggeflogene Schornsteinabdeckungen oder einzelne runtergefallene Ziegel. Mit der Behebung allerdings werde man noch einige Zeit zu tun haben, so Diana Arfmann.