Vier Kontrolleure prüfen Gaststätten und Bistros

Landkreis.  In Erfurt stoßen die Lebensmittelkontrolleure an ihre Grenzen. Im Landkreis Sömmerda sieht die Lage besser aus.

Christian Scheit ist einer von insgesamt vier Lebensmittelkontrolleuren, die im Landkreis Sömmerda im Einsatz sind.

Christian Scheit ist einer von insgesamt vier Lebensmittelkontrolleuren, die im Landkreis Sömmerda im Einsatz sind.

Foto: Jens König

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Anfang des Jahres schlug Ulrich Kreis, der Chef des Erfurter Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Alarm. Sieben Lebensmittelkontrolleure sind in der Landeshauptstadt tätig. „Viel zu wenig“ für die 1649 gastronomischen Betriebe“, erklärte der Amtsleiter und sprach von einer „personellen Unterbesetzung“. 60 Prozent der notwendigen Kontrollen könnten nicht durchgeführt werden.

Grund für die Thüringer Allgemeine, im Landratsamt nach der Situation im Landkreis Sömmerda zu fragen. Wie es aus der Pressestelle heißt, sind zwischen Witterda und Bilzingsleben sowie zwischen Schwerstedt und Buttstädt vier Lebensmittelkontrolleure tätig. Die Anzahl sei in den vergangenen Jahren konstant. „Im Stellenplan sind vier Stellen ausgewiesen. Diese sind alle besetzt“, antwortet Sprecherin Ulrike Dittmann auf die Frage nach der personellen Ausstattung.

Rückläufig ist im Landkreis die Anzahl der Gaststätten. Waren es 2015 noch 137 gastronomische Einrichtungen, sind es aktuell 109.

Wenn kontrolliert wird und die Proben auffällig sind, können die Kontrolleure handeln. Vom erhobenen Zeigefinger über Bußgeld bis hin zur Schließung der Gaststätte reicht das Spektrum. Laut Landratsamt musste 2019 aus lebensmittelhygienischer Sicht keine Gaststätte im Landkreis Sömmerda geschlossen werden.

Die Kontrolle der Betriebe basiere auf einem risikoorientiertem Beurteilungssystem. Daraus ergebe sich die Häufigkeit der Kontrollen. Sie könne von wöchentlich bis mindestens jährlich reichen. Berücksichtigt werde die Betriebsart, die bauliche Beschaffenheit und das Produktionsrisiko. Auch das Reinigungs- und Desinfektionsregime, die Personal- und Produktionshygiene, die Schädlingsbekämpfung und das Eigenkontrollsystem spiele eine Rolle.

Die häufigsten Beanstandungen seien Mängel aus baulicher, lebensmittelhygienischer und personalhygienischer Sicht. Genannt werden abblätternde Farbanstriche im Produktionsraum oder fehlendes Warmwasser an den Handwaschbecken. Auch die gemeinsame Lagerung von verpackten und unverpackten Lebensmitteln sowie die unvollständige Kennzeichnung von Gerichten in der Speisekarte werden als häufige Beanstandungen angeführt.

Auf Grundlage des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch in Verbindung mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung reiche das Strafmaß für Ordnungswidrigkeiten je Verstoß bei Vor-Ort-Kontrollen von Verwarnung mit oder ohne Verwarngeld in Höhe von fünf bis 55 Euro sowie von Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeld zog zum Beispiel eine unangekündigte Kontrolle einer Gaststätte im Landkreis nach sich. Wie die Behörde informiert, sind alle Bereiche der Betriebsstätte aus lebensmittelhygienischer Sicht kontrolliert, beurteilt und dokumentiert worden. Im Fokus standen Warenpflege, Personalhygiene und Dokumentation. Ölansammlungen an der Lüftung im Verkaufsbereich sowie fehlende Hygienekleidung wurden genauso beanstandet, wie eine defekte Lüftung über dem Herd im Vorbereitungsraum. Darüber hinaus lagerten unverpackte und verpackte Lebensmittel in der Kühlzelle direkt neben einander. Weiterhin fielen den Kontrolleuren im Umkleidebereich die unsachgemäße Lagerung der Hygienekleidung und in der Tiefkühlzelle dunkle Auflagerungen an Gefäßen zum Aufbewahren von unverpackten Lebensmitteln ins Auge. Ebenso wurde fehlendes warmes Wasser sowie leere Seifen- und Handtuchspende bemängelt.

Um die Mängelabstellung zu kontrollieren, sei kurzfristige eine Nachkontrolle durchgeführt worden. „Der Gewerbetreibende hatte die Mängel beseitigt. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde eingeleitet und ein Bußgeld festgesetzt“, schildert Ulrike Dittmann den Werdegang. Anders sei die Sachlage bei Vorgängen, die als Straftat eingeordnet werden. „Sie müssen zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft abgegeben werden“, erklärt sie.

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