Walschlebener Weihnachtshaus entzaubert

Walschleben.  Jetzt werden Lichterketten und Girlanden des Walschlebener Weihnachtshauses wieder verstaut. Fleiß und ein kühler Kopf sind gefragt.

Mario Leicht beim Abbau der Lichterpracht. Zählt er die Stunden zusammen, werden gut 14 Tage zusammenkommen.

Mario Leicht beim Abbau der Lichterpracht. Zählt er die Stunden zusammen, werden gut 14 Tage zusammenkommen.

Foto: Jens König

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Seit genau einer Woche sind die Lichter aus im Walschlebener Weihnachtshaus. Den ganzen Dezember über bis zum Tag der Heiligen Drei Könige haben 145.000 Lichtpunkte der Bahnhofstraße eine ganz besondere Atmosphäre verliehen. Angelockt hat das Lichtmeer zwischen 7500 und 8000 Besucher. Mario Leicht, Hauseigentümer und Initiator der Lichterpracht, spricht von einem absoluten Rekord. Selbst über die Feiertage strömten die Gäste. Er ließ es sich nicht nehmen, sogar selbst in ein Weihnachtsmannkostüm zu schlüpfen und Geschenke zu verteilen. „Sie glauben nicht, wie sich die Kinder gefreut haben. Das hat wieder riesen Spaß gemacht“, erzählt er.

Ebenso gut besucht war das Weihnachtsliedersingen am 4. Advent mit den Lindenkelchen. An die 600 Gäste hat Mario Leicht gezählt. Von den Zulauf profitieren jetzt auch die Mitglieder der Walschlebener Jugendfeuerwehr. „An den Tag haben wir Spenden gesammelt. 340 Euro kamen zusammen. Ich stockte die Summe auf 600 Euro auf“, berichtet der Walschlebener, der seine Brötchen mit Baufinanzierung verdient. Zum Weihnachtsbaumverbrennen am vergangenen Wochenende übergab er den Floriansjüngern die Spende. „Die waren so happy“, sagt Leicht.

Das alles beflügelt ihn nun, für den Abbau der unzähligen Lichterschläuche und Girlanden. Gut 8500 Meter Kabel müssen wieder eingewickelt werden. „Damit könnte ich eine Schnur bis nach Erfurt ziehen“, macht er die Dimension deutlich. Abschneiden, einwickeln, löten und isolieren gehören zu den Aufgaben, die gerade anstehen, schließlich gehe auch immer wieder mal etwas kaputt. An einem Lichterbaum zum Beispiel ist ein ganzer Ast ausgefallen. „Das ist gar kein Problem. Das bekomme ich schnell wieder hin.“

Gut 14 Tage Arbeit rechnet der Walschlebener, bis das Haus wieder von Weihnachtsschmuck und Lichterketten „befreit“ sein wird. Da er sich nur immer stundenweise dem Abbau widmen könne, könne es sich durchaus bis März hinziehen, bis wieder alles verstaut sein werde. Ein besonderes System habe er nicht. Gestartet werde immer mit den großen Dingen. Die sechs Meter lange Eisenbahn, die jedes Jahr viele Kinderaugen zum Strahlen bringt, wurde am Wochenende abgebaut. Allein sieben Stunden hat er dafür gebraucht. Bleibt der Frost diese Woche aus, will er sich den Lichterketten widmen, damit die Kabel nicht brechen. Alles komme in Kartons, die mit Nummern versehen werden. Gut gestapelt werden sie Platz in einer Doppelgarage finden.

Obwohl der Abbau noch im vollen Gange ist, sprudeln bei ihm schon wieder die Ideen für das Weihnachtshaus 2020. Angesprochen auf neue Überraschungen beginnen seine Augen zu leuchten. Entlocken lässt sich der 55-Jährige jedoch noch nichts, schließlich wolle er nicht langweilen. Fest jedoch steht, dass er wieder im Oktober mit dem Aufbau starten wird und auch eine Woche für die Verwandlung des Hauses für Halloween einplanen will. Im vergangenen Jahr begrüßte der Walschlebener am 31. Oktober 210 Kinder am umgestalteten Horrorhaus.

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