Fertigmodule als Zwischenlösung für Obdachlose in Sömmerda

Sömmerda.  Künftig sollen in Sömmerda sogenannte Fertigmodule Platz für bis zu zehn Obdachlose bieten. Das bisherige Objekt kann wegen unhaltbarer Zustände nicht mehr genutzt werden.

Auf einem Parkplatz im Rohrborner Weg in Sömmerda sollen die Fertigmodule als Unterkunft für Obdachlose aufgestellt werden.

Auf einem Parkplatz im Rohrborner Weg in Sömmerda sollen die Fertigmodule als Unterkunft für Obdachlose aufgestellt werden.

Foto: Jens König

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Mindestens bis Ende März wird die Stadt Sömmerda die gemeinsam mit dem Landratsamt gefundene Zwischenlösung zur Unterbringung von Obdachlosen nutzen. Dies sagt Bürgermeister Ralf Hauboldt (Linke) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nachdem das bisherige Objekt in der Bahnhofstraße wegen unhaltbarer Zustände und der Ankündigung der Sömmerdaer Energieversorgung, aus Sicherheitsgründen den Strom abzustellen, beräumt werden musste, habe man eine zeitlich begrenzte Alternative in der Salzmannstraße gefunden, so Hauboldt.

Die Stadt hat das Gebäude zunächst für ein Vierteljahr und mit der Option auf Verlängerung angemietet und stellt dort zehn Betten bereit. Außerdem gibt es einen Wachschutz.

Eine Person nutzt momentan die Unterkunft

Momentan werde diese Möglichkeit von einer Person regelmäßig genutzt, informiert der Bürgermeister. Dazu muss der Obdachlose den Bedarf beim Ordnungsamt anmelden und erhält dann temporär Zugang zu dem Gebäude. Am Abend dürfe der Betroffene in die Einrichtung gehen, am Morgen müsse er sie wieder verlassen. Bettwäsche und Hygieneartikel werden von der Stadt gestellt.

Im Objekt in der Bahnhofstraße waren immer zwischen sechs und acht Personen untergebracht, sagt Ralf Hauboldt. Der derzeitige Aufenthaltsort dieser Menschen sei ihm nicht bekannt. In Zukunft will die Kreisstadt im Rohrborner Weg eine Obdachlosenunterkunft errichten. Dort sollen komplett ausgestattete Fertigmodule mit Sanitäreinheiten aufgestellt werden. Man habe bereits Kontakt zu einem Anbieter aufgenommen.

Wachschutz soll Sicherheit garantieren

Das Gelände soll eingezäunt werden und natürlich werde es auch dort einen Wachschutz geben, betont der Bürgermeister. Alles laufe über die Wohnungsgesellschaft WGS, der auch das jetzt leer stehende Objekt in der Bahnhofstraße gehört. Die WGS habe das Grundstück im Rohrborner Weg bereits erworben, die Stadt Sömmerda zahle dann Miete und auch den Wachschutz.

Da sämtliche Medien wie Heizung, Wasser und Abwasser auf dem Gelände bereits anliegen, sei die Aufstellung der Fertigmodule unkompliziert möglich, schätzt Ralf Hauboldt ein. Platz für bis zu zehn Personen soll vorgehalten werden. Auch hier gilt die Unterbringung nur in der Nacht.

Prävention und Hilfsangebote für Betroffene

Gespräche habe es auch schon mit sozialen Trägern gegeben, denn es soll für die Nutzer der Obdachlosenunterkunft künftig auch eine Betreuung geben. Dazu seien weitere Beratungen mit den Sozialbehörden im Landratsamt notwendig. Man wolle Hilfeleistungen über Träger wie zum Beispiel das Netzwerk Regenbogen anbieten. Dabei sei allerdings entscheidend, dass die betroffenen Menschen das auch wollen. Zudem werde man versuchen, bei von Obdachlosigkeit Bedrohten bereits im Vorfeld in Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft WGS präventiv zu wirken, so Hauboldt.

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