Eisenach. Norman Meißner über die Wurzeln der Wartburgstadt

Auch wenn die Wartburgstadt mit dem Sommergewinn zur Mitte der Fastenzeit Deutschlands größtes Frühlingsfest feiern kann, bleibt eins Eisenach wohl für immer verwehrt: Ein Stadtjubiläum! Während Bad Salzungen und auch Gotha im nächsten Jahr mit der 1250-Jahrfeier die erste urkundliche Erwähnung begehen können, schaut die Stadt am Fuße der Wartburg diesbezüglich weiter in die Röhre, weil sich keine Dokumente finden lassen. Diese dürften sich 1636 beim Stadtbrand im neuen Rathaus in Asche verwandelt haben. Vermutungen gehen dahin, dass Eisenach weit über 1575 Jahre alt sein dürfte. Der Hunnen-König und Wüterich Attila soll einen großen Hoftag aller „Teutschen Fürsten“ im Jahr 450 nach Christi Geburt in Eisenach abgehalten haben. Ohne Belege tun dies Historiker schon vor Jahrhunderten als „lächerliche Fabel“ und „Alt-Weiber-Mähr“ ab. Belegt ist, dass die Ungarn Herzog Burkhardt zu Thüringen im Jahr 909 in einer Schlacht bei Eisenach erschlagen. Dabei verwüsten die Sieger das alte Eisenach am Petersberg. Altes Baumaterial gelangt über die Hörsel, und ab 1062 entsteht die Stadtmauer.