Weimar. Victoria Augener über Stärken und Schwächen eines Künstlers

Das Wetter ist aktuell nicht gerade jahreszeitentypisch. Davon kann man halten, was man will. Doch ein Gutes hat diese Zeit. Die Sonne geht bereits merklich später unter. Und sie färbt den Himmel in ein träumerisch pastelliges Abendrot. Auch jetzt, wenn ich aus meinem Redaktionsfenster in den Weimarer Himmel schaue, gerate ich ein bisschen ins Schwärmen. Die Müdigkeit, die vom Wochenenddienst noch in den Knochen steckt, ist kurz vergessen.

Redakteurin Victoria Augener
Redakteurin Victoria Augener © Gotha | CHRISTIAN SEELING

Ansprechende Himmelsfärbungen sind mir auch in der zweiten Wochenhälfte sicher, unabhängig vom Wetter. Ich verbringe ein verlängertes Wochenende in Hamburg und ein Vorhaben ist es, die Hamburger Kunsthalle zu besuchen. Dort ist aktuell eine umfangreiche Werkschau von Caspar David Friedrich zu sehen. Bilder wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ oder das „Seestück bei Mondschein“ zeigen Himmelslandschaften zum darin verlieren.

Weniger gut konnte Caspar David Friedrich offenbar Gesichter malen. Deshalb sind die ohnehin raren Figuren in seinen Arbeiten stets nur von hinten zu sehen. So zumindest das Gerücht. Da werde ich am Wochenende genauer hinschauen.