Weimar. Weimars ehemaliger Staatsarchivdirektor Volker Wahl enthüllt im Goethe-Nationalmuseum, was hinter Goethes „Stillehalten“ steckt.

Für einem Vortrag wird am Donnerstag, 8. Februar, um 18 Uhr, im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums Volker Wahl, ehemaliger Leiter des Staatsarchivs, zu Gast sein. Er spricht über den feierlichen Angriff auf das neue Bergwerk zur Fastnacht am 24. Februar 1784, dem sogenannten „Kunstbruch“.

Besonders hervorgehoben wird die Vorstellung von Goethes angeblichem „Stillehalten“ bei einem Vortrag, den er als Vorsitzender der Bergwerkskommission 1784 gehalten hat. Dabei soll er den Faden verloren haben und für zehn Minuten geschwiegen haben. Erst im 20. Jahrhundert ist daraus „Goethes Verstummen“ geworden –ein verkanntes und überinterpretiertes Thema der Goetheforschung, wie Volker Wahl meint.

Wahl unterstreicht die Abweichung von der historischen Genauigkeit und führt ihre Wurzeln auf Interpretationen zurück, die nur 47 Jahre nach dem Vorfall vorgenommen wurden. Bemerkenswerte Persönlichkeiten, die zu dieser Erzählung beigetragen haben, sind der österreichisch-amerikanische Psychoanalytiker Kurt Robert Eissler und Schweizer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Adolf Muschg. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.