Weimar. Literaturwissenschaftler Stefan Matuschek richtet sich mit einem Vortrag an ein vornehmlich junges Publikum. Fehlannahmen über das Buch will er ausräumen.

Die Erstveröffentlichung von „Die Leiden des jungen Werther“ vor 250 Jahren war ein großer Erfolg, widersprach aber auch dem moralischen Empfinden vieler bürgerlicher Leser. Noch dazu ahmten viele junge Menschen Werther nach und suchten den Freitod. In „Werther. Ein Roman als Brandbeschleuniger“ wendet sich Stefan Matuschek am Dienstagabend, 20. Februar, mit einem Vortrag insbesondere an ein jugendliches Publikum. Doch auch ältere Zuhörende sind willkommen.

Matuschek ist Präsident der Goethe-Gesellschaft Weimar und Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihm zufolge sei der Brand, den Goethes „Werther“ beschleunigt, nicht die vermeintliche Selbstmordwelle unter jungen Männern, sondern vielmehr die Leselust, die mit der explosionsartigen Vermehrung der Romanproduktion und -lektüre zum Ende des 18. Jahrhunderts einherging. Goethe habe die Erfolgsgattung des Briefromans so verknappt und intensiviert, dass er auf eine so noch nie dagewesene Weise Leserinnen und Leser in seinen Bann schlug.

Der Vortrag findet im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums statt, Beginn ist 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Im Nachhinein ist das Publikum zum Gespräch eingeladen. red