Guten Morgen, Weimar

Der gestoppte Puls der Stadt

Susanne Seide über Fotos von leeren Weimarer Plätzen, die beeindrucken und doch so bedrückend sind.

Susanne Seide über schreibt über Beeindruckendes und Bedrückendes.

Susanne Seide über schreibt über Beeindruckendes und Bedrückendes.

Foto: Alexander Volkmann

Der Lockdown verändert nicht nur Menschen und ihre Gewohnheiten, sondern auch Städte und ihre Plätze. Das hat der Weimarer Fotograf Thomas Müller in Bildern aus der Luft eindrucksvoll festgehalten, bei deren Anblick in mir ein Film abläuft. 13. März 2020: Die Schließung der Schulen und von vielem mehr wird in Weimar verkündet. – Plötzlich die Öffnung der Plätze für die Gastronomie in Weimar. Beim Blick auf die Menschen, die so glücklich wieder draußen bei Kaffee & Co. saßen und die ich fernab der Stadt vom Homeoffice gesehen habe, ging nicht nur mir das Herz auf. Es war ein Stück zurück gefundene Lebensfreude. Und bei dieser Erinnerung lächle ich noch heute.

Seit dem Lockdown erinnern sich gewiss viele Menschen an Dinge, die nie Lebensalltag waren: Die erste Mund-Nase-Bedeckung als vorfristiges Geburtstagsgeschenk, um wieder in Geschäfte gehen zu können, bei mir auch eine Halskette, die ich mir als Hoffnungsträger zum erst möglichen Termin in meinem Lieblingsgeschäft gekauft und seither nicht mehr abgenommen habe.

Leere Plätze, wie sie Thomas Müller festgehalten hat, sind hoffentlich irgendwann wieder blanke Vergangenheit in einer charmanten Stadt wie Weimar mit eigentlich so viel pulsierendem Leben.