50 Gäste feiern Richtfest für neue Intershop-Zentrale in Jena

Jena.  28 Millionen Euro investiert der Bauherr mit seinem Unternehmen. Das sind die Erwartungen des Unternehmens an die neuen Räume - einen guten halben Kilometer abseits des Stadtzentrums.

Der mehr als 30 Meter hohe Neubau an der Kreuzung Steinweg/Am Eisenbahndamm in Richtung Jena-Ost wird ab Ende 2020 die Intershop Communications AG beherbergen - derzeit noch im großen Turm in der Mitte der Stadt untergebracht. Am 10. März war Richtfest.

Der mehr als 30 Meter hohe Neubau an der Kreuzung Steinweg/Am Eisenbahndamm in Richtung Jena-Ost wird ab Ende 2020 die Intershop Communications AG beherbergen - derzeit noch im großen Turm in der Mitte der Stadt untergebracht. Am 10. März war Richtfest.

Foto: Florian Girwert

Richtfest im Neubau, der ab Ende des Jahres die neue Heimstatt für die Intershop Communications AG ist: Mit reichlich 50 Gästen feierten Unternehmensführung, Bauherr Christian Graf von Wedel und Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) den Baufortschritt an der Kreuzung Steinweg/Am Eisenbahndamm.

Vom Keller bis zum Dach umfasst der Neubau insgesamt 10 Geschosse. Eines davon befindet sich unter der Erde, das Erdgeschoss soll sich schon bald in eine Lidl-Filiale verwandeln. Die erste Etage ist noch nicht vermietet, in den Obergeschossen 2 bis 7 soll Ende des Jahres die Intershop Communications AG ihre neue Heimat finden. Noch residiert die Firma mit ihren insgesamt gut 300 Mitarbeitern im Jentower.

Viel heller und freundlicher soll es sein

Intershop-Neubau-Projektleiter Olaf Behr ist voller Euphorie ob der neuen Räume. Die seien viel besser nutzbar und weniger beengt als die Flächen im Turm, wo zwischen Außenhaut und den sechs Fahrstühlen in der Mitte die Nutzfläche recht eng und dunkel sei. „Reichlich zwei Etagen aus dem Turm passen hier auf eine“, erklärt er.

Zudem könne man je nach Bedarf die Räume umsortieren und Teams für bestimmte Projekte auch räumlich neu zuschneiden, es gibt nur sehr wenige Betonwände. Viel heller und freundlicher soll es sein - und die Etagen sind weniger strikt voneinander getrennt. Vor allem darum geht es der Firma: Gegenüber einer Sanierung im Turm-Bestand erhofft man sich zudem eine gewisse Ersparnis.

Wilfried Röpke von der städtischen Wirtschaftsförderung erinnert sich, dass man zusammen mit dem Unternehmen bereits seit 2009 immer wieder nach Räumen gesucht habe. Letztlich sei man auf das städtische Grundstück an der Kreuzung nahe dem neuen Campus gekommen, berichtet Behr. Die Stadt habe auch geholfen, den Investor zu gewinnen. „Und dann ging alles ziemlich schnell.“ - „Keine zwei Jahre später stehen wir bereits hier“, lobt auch der Bauherr.

Vom Keller bis zum Dach sind 8700 Quadratmeter Fläche zum Vermieten entstanden, 6000 davon will Intershop belegen. Weitere 1000 gehen an Lidl. Unter der Erde sollen 36 Stellplätze für Autos zur Verfügung stehen. Die Investitionssumme liegt unterm Strich bei etwa 28 Millionen Euro, sagte Intershop-Sprecherin Heide Rausch. Das Unternehmen wird allerdings - wie derzeit auch im Turm - Mieter sein, wenn auch mit Abstand der größte.

Hochhaus-Neubau soll auch ein Zeichen in die Stadt hinein sein

Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) hofft auf einen Schub für das Unternehmen. „In den 1990er-Jahren war Intershop ein Synonym für Aufbruch.“ Er hoffe, dass das krisengeschüttelte Unternehmen das wieder schafft. Der Hochhaus-Neubau solle aber auch ein Zeichen in die Stadt hinein sein. „Es wird die Silhouette prägen, wenn man von Osten ins Zentrum schaut“, so das Stadtoberhaupt.

Vorstandschef Jochen Wiechen sieht den Bau auch als Signal ins Unternehmen hinein. „Schwung fürs eigene Geschäft“ erhofft man sich. Der offene, helle und grüne Neubau soll zur agilen Arbeitsweise des Software-Unternehmens passen. Er sei dankbar, dass Stadtverwaltung und Stadtrat den Bau so zügig möglich gemacht hätten. Nicht zuletzt von der Nähe zum Universitätscampus, dessen Bau auf dem Inselplatz demnächst beginnen soll. In den vergangenen Jahren habe man mehrere Hundert Studenten beschäftigt - und daraus mehr als 100 Mitarbeiter gewonnen - das soll auch in Zukunft so bleiben. Ab Ende 2020 dann im Neubau, einen guten halben Kilometer entfernt vom derzeitigen Firmensitz.

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