0:4-Blamage in Lichtenberg: Rot-Weiß Erfurt rutscht in die Abstiegszone

Berlin.  Durch das 0:4 Lichtenberg rutscht der FC Rot-Weiß in die Abstiegszone. Insolvenzverwalter: Werden alles in Ruhe analysieren.

David Hollwitz (Lichtenberg) verwandelt einen Foulelfmeter zum 3-0 für Lichtenberg, im Erfurter Tor Julian Knoll,

David Hollwitz (Lichtenberg) verwandelt einen Foulelfmeter zum 3-0 für Lichtenberg, im Erfurter Tor Julian Knoll,

Foto: Frank Steinhorst

Der Abwärtstrend hält an. Der FC Rot-Weiß konnte bei Lichtenberg nicht das ersehnte Erfolgserlebnis landen. Stattdessen hagelte es bei den Berlinern ein 0:4 (0:1), das die Lage bei den Erfurtern verschärft. Sie rutschten auf den ersten Abstiegsplatz ab.

Trainer Thomas Bradric hatte den Ernst der Situation im Vorfeld der Partie angesprochen. Für sein Team war es die siebte Niederlage und zudem eine saftige. Beim 0:1 gegen Halberstadt am Freitag vor einer Woche hatten die Erfurter Fans lauthals ihrem Ärger Luft gemacht, gestern kehrten sie ihrer Mannschaft nach der Partie den Rücken zu.

Trainerfrage wird lauter

Die Trainerfrage wird immer lauter. „Es geht hier nicht um mich“, sagte Thomas Brdaric gegenüber dem MDR, „wenn ein Heilsbringer hierher kommt als Trainer und die Wende einleitet, dann her mit ihm.“

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt wollte gestern keine Schlüsse ziehen, mied allerdings auch ein Bekenntnis für den Erfurter Coach. „Wir werden alles in Ruhe analysieren, besprechen und uns überlegen, wie wir aus der Talsohle herauskommen“, kündigte er an, nachdem die Erfurter die höchste Saisonniederlage kassiert hatten.

Der starke Aufsteiger aus Berlin-Lichtenberg machte es – wie zuletzt gegen Hertha II (4:2) – wieder nicht unter vier Toren. Im Moabiter Poststadion war der Gästeblock mit etwa 270 Zuschauern gut gefüllt. Dumm nur, dass es für den Auftritt der Mannschaft selbst wenig Beifall geben konnte. Immerhin stimmten die Gesänge, das Equipment einer Auswärtsfahrt war dabei. Darunter leider auch eine Menge rote Leuchtmittel. So war Schiedsrichter Christian Allwardt gezwungen, die Partie bereits nach knapp einer Viertelstunde zu unterbrechen.

Ärger über Meldung um einen Wechsel

Auch ohne Glaskugel für den zukunftsweisenden Blick aufs enttäuschende Spielende, feierten sie früh den Verein und vor allem sich selbst. Dabei wäre – bei mehr Zielstrebigkeit – in Hälfte zwei mehr drin gewesen. Nach der Pause gab es einige Momente, die Lichtenberg zumindest ins Straucheln brachten.

Kapitän Lukas Novy fand, dass die Leistung gar nicht so schlecht gewesen sei; dafür der Gegner eben sehr effektiv. Das unterstrichen Reiniger (73.), Hollwitz per Elfmeter (84.) und Junge-Abiol (89.) mit ihren Toren. Die Führung hatte Gawe erzielt (38.). „Dass die Zuschauer uns weiter so auswärts unterstützen, ist trotzdem Klasse“, fand Novy.

Brdaric lobte in der Pressekonferenz zunächst den Gegner, gratulierte seinem Gegenüber Uwe Lehmann höflich. Die beiden hatten sich vor Beginn schon minutenlang auf dem Platz ausgetauscht. Über die Meldung um einen Wechsel zu Hannovers U 23 ärgert sich Brdaric noch immer. Das störe die Konzentration und lenkte vom Wesentlichen ab. Jeder könne sehen, dass er hier sehr engagiert sei.