Gewichtheben

560 000 Euro bewilligt: Grünes Licht für Hallenanbau in Gräfenroda

Gräfenroda.  Rechtzeitig vor dem Zweitliga-Kampf beim 1. AC Weiden gab es für die Gewichtheber des SV 90 Gräfenroda eine gute Nachricht. Bis 2021 wird der Hallenanbau stehen

Endlich wieder da: Die Gräfenrodaer Nationalmannschafts-Heberin Julia Perlt startet in Weiden ihr Comeback. Genau rechtzeitig vor der anstehenden deutschen Meisterschaft.René Röder

Endlich wieder da: Die Gräfenrodaer Nationalmannschafts-Heberin Julia Perlt startet in Weiden ihr Comeback. Genau rechtzeitig vor der anstehenden deutschen Meisterschaft.René Röder

Erneut gute Nachrichten. Nach der erfolgreichen Junioren-EM-Teilnahme von André Langkabel – er wurde in seiner veränderten Gewichtsklasse bis 89 Kilogramm in Bukarest Elfter – gab es nun noch rechtzeitig vor dem Zweitliga-Kampf beim 1. AC Weiden eine weitere gute Nachricht. Dem Gräfenrodaer Hallen-Anbau (unsere Zeitung berichtete) steht nichts mehr im Wege. In dieser Woche bestätigte auch der Kreistag die sehr aufwendige und auch enorm kostspielige Erweiterung, die allerdings auch dringend notwendig ist.

560.000 Euro sollen in zwei Abschnitten verbaut werden. 15 Prozent, also 84.000 Euro, übernimmt der Landkreis, der Eigentümer der Schulsporthalle ist. Bereits sicher und bestätigt war auch, dass die Gemeinde Geratal 142.700 Euro gibt. as bestätigte bereits zur Steinhebermeisterschaft Ortsteilbürgermeister Dominik Straube. Hinzu kommen aus Städtebaufördermitteln vom Land nun noch noch 330.300 Euro Damit kann die Ausschreibung für die Baumaßnahme zur Erweiterung der Schulturnhalle „Wolfstal“ starten, die bereits am 16. November erfolgen soll.

Gebaut wird der 7 mal 20 Meter lange Anbau im Grunde hinter der Halle in südlicher Richtung. Gräfenrodas Gewichtheber-Chef René Holtmann freut sich riesig. „Das ist natürlich eine ganz tolle Sache, dass sich unsere gemeinsamer langer Kampf um den Anbau gelohnt hat, es nun auch wirklich losgehen kann.“ Das Ringen um den Bau gibt es schon seit über drei Jahren. Fertiggestellt werden soll das Projekt 2021. „Da wäre es natürlich riesig, wenn wir die Räume dann auch schon zum Bundesligastart im September 2021 nutzen könnten“, so René Holtmann.

Geplant ist ein Anbau mit separatem Zugang außerhalb. Aber auch von der Turnhalle soll der neue Kraftraum erreichbar sein.

Mit diesem Anbau sollen in ersterer Linie bessere Trainingsbedingungen für die Gewichtheber des SV 90 Gräfenroda geschaffen werden und die Rahmenbedingungen für Wettkämpfe auf einem weit höherem Niveau möglich werden.

Neben den Vereinsverantwortlichen des SV 90 Gräfenroda hatte besonders Bürgermeister Dominik Straube immer wieder deutlich gemacht, wie dringliche diese Baumaßnahme für den Verein, den Sport und die Gemeinde ist und bis nach Erfurt hin dafür geworben. Das würdigte auch Landrätin Petra Enders bei ihrem Besuch zum Zweitliga-Start in Gräfenroda: „Der SV 90 Gräfenroda braucht adäquate Trainingsbedingungen. Wir werden die Rahmenbedingungen schaffen, damit der Verein sein Potenzial weiter ausbauen kann“, so die Landrätin.

Dass die Entscheidungen sowohl im Sport- als auch Bauausschuss des Landkreise und auch im Kreistag einstimmig ausfielen, macht auch René Holtmann stolz: „Das ist schon außergewöhnlich und zeigt auch, dass wir hier nicht irgendeine überzogenen Maßnahme einforderten und unsere Konzept stimmig war.“

Nicht nur die Gewichtheber profitieren, auch der Schulsport, wird den nach Umbau integrierten Kraftraum nutzen können und auch für Gemeindeveranstaltungen und andere Gräfenrodaer Vereine bieten sich zusätzliche Möglichkeiten.

Durch das „grüne Licht“ für den Hallenanbau ist die Vorbereitung auf den zweiten Zweitliga-Kampf am Sonnabend in Weiden zwar etwas aus dem Blickfeld geraten, aber das Training lief dennoch routiniert und planmäßig ab. Personell gesehen nicht ganz, aber die Gräfenroda sind mit EM-Rückkehrer André Langkabel und die wiedergenesene Julia Perlt dennoch stark besetzt und Favorit.

Weiden startete gegen Roding II mit 449,0:531,1 verhalten. Das lag auch daran, dass der Amerikaner Bryan Jow fehlte. In der Vorsaison in Gräfenroda ging es knapp zu. Erst Philipp Griebel entschied da mit seinem letzten Versuch das Reißen mit 159,4:158,5 und sicherte so das Endergebnis mit 475,6:466,0 Relativpunkten ab. „Er will sich vor der deutschen Meisterschaft weiter steigern und in Form bringen. Im Training lief das schon sehr gut.“

Eher etwas zurückstecken dürfte noch der Junioren-EM-Elfte André Langkabel. Und endlich einmal verletzungsfrei durchstarten möchte bei ihrem Saisoneinstand Julia Perlt. Sie fehlte zuletzt krank bzw. verletzt und hofft nun ebenfalls auf einen kräftigen Schub für die deutsche Meisterschaft im Dezember. „Wir haben nichts zu verschenken, wollen unbedingt gewinnen, bevor es zum Top-Kampf gegen den Vizemeister München am 23. November kommt“, sagt Holtmann.

In Gruppe 1 wollen die durch einige Erkrankungen gebeutelten Gräfenrodaer mit Julia Perlt, Saskia Brummer und Fritz Heyer starten. In Gruppe 2 werden neben der Österreicherin Christina Büller auch André Langkabel und Philipp Griebel an die Hanteln gehen. Als Ersatz stehen Nico Holtmann und Marie Sophie Breitschuh bereit. „Auch in dieser Besetzung ist erstmals diese Saison ein Ergebnis deutlich über 500 Punkte möglich“, rechnet Holtmann noch einmal die Aussichten anhand der letzten Trainingsleistungen durch, bevor Sonnabend die Reise in die Oberpfalz startet.

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