80-mal Corona: Das Unwort des Jahres

Jakob Maschke spricht über die schwierigen Zeiten in der Pandemie, auch für Sportjournalisten.

Jakob Maschke

Jakob Maschke

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Es hat wohl selten ein Wort gegeben, das besser als Unwort des Jahres taugt wie „Corona“. Noch nie hat ein Begriff derart unser Denken und Handeln bestimmt, wie es jener, den man bisher nur als Biersorte kannte, im Jahre 2020 tat und wohl leider noch für einige Zeit tun wird.

Auch für uns Sportredakteure war und ist Corona als Gegenstand der Berichterstattung omnipräsent. In Zahlen ausgedrückt: Genau 80-mal kam das Unwort des Jahres seit Beginn der Pandemie in meinen größeren Beiträgen vor. Gemessen daran, dass ich die kleinen Meldungen nicht mitgezählt und oft Synonyme verwendet habe, weil ich des Begriffs selbst leid war, sowie elf Wochen in Elternzeit war, ist die „Dunkelziffer“, wie es so schön heißt, weitaus höher.

Bis Jahresende werde ich mit Sicherheit die 100 knacken. Denn der Lockdown für weite Teile des Sports wird realistischerweise nicht mit dem November enden.

Die Pandemie hält interessante Themen bereit, wenngleich ihrer Umstände wegen oft mit einer bedauerlichen Note. Wir Sportredakteure wissen es zu schätzen, wenn sich die Berichterstattung über Tore und Titel mit Hintergrundgeschichten am Rande oder abseits des Spielfelds abwechselt.

Da das aber sonst auch der Fall ist, wünschen wir uns alle, nicht nur im Sport, Normalität zurück. Damit „Corona“ hoffentlich vom Unwort des Jahres 2020 zu einer Randerscheinung 2021 wird.