Gera. Obwohl das Handball-Oberligateam die Aufgabe beim Tabellenletzten problemlos bewältigt, ärgert sich Trainer Alaj über ein Detail.

„Vorgabe umgesetzt, mit einem Pflichtsieg zwei weitere Pluszähler verbucht“, fasste Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, den Auftritt seines Teams in der großen Panndorfhalle Gera zusammen. Mit dem 29:20 (15:10)-Erfolg beim Tabellenletzten SV Post Gera kletterte der ThSV Eisenach II auf Tabellenplatz zwei der Oberliga Männer.

Ungewohnt, der ThSV Eisenach II kassierte gerade einmal 20 Gegentore. „Mindestens fünf zu viel“, befand Qendrim Alaj dennoch. Besonders die Gegentore über das Zentrum ärgerten ihn. Keeper Bastian Freitag parierte 19 Bälle, darunter zwei Siebenmeter. Bei der eigenen Torausbeute blieb der ThSV Eisenach II unter der 30-Tore-Marke, was höchst selten ist. Das hatte auch damit zu tun, dass die Gastgeber langatmige Angriffszüge aufbauten, wodurch die Gäste nicht so viele Angriffe laufen konnten. Julius Brenner versenkte neun Bälle.

Die Eisenacher setzten von Beginn auf ihre Jugendbrigade. Die 17-jährigen Jannes Rehm und Conrad Ruppert sowie der 19-jährige Joel Stegner standen schon in der Startformation. Der 18-jährige Bastian Freitag ist längst die Nummer 1 im Tor. Alle mit nach Gera gereisten Spieler erhielten längere Einsatzzeiten. Der 18-jährige Emil Starke markierte vom Siebenmeter-Strich den 29. Eisenacher Treffer. Vorerst sein letzter. Der Rückraumspieler verabschiedet sich zu einem halbjährigen Australien-Aufenthalt, um Land und Leute kennenzulernen. „Ein junger Spieler, der stets 100 Prozent gibt. Wir haben vollstes Verständnis für sein Ansinnen, freuen uns, dass er die Möglichkeiten, die sich ihm bieten, nutzt. Wir werden ihn beim Donnerstag-Training verabschieden, hoffen natürlich auf eine Rückkehr“, so Qendrim Alaj.

Nach der 3:3-Abtastphase (6.) übernahmen die Eisenacher die Spielkontrolle. Der in gewohnter Weise die gegnerische Abwehr ansteuernde Brenner lochte zum 3:4 (7.) ein. Stegner schloss per Gegenstoß von Linksaußen zum 3:5 ab (8.). Der eingewechselte Armend Alaj bediente Conrad Ruppert am Kreis, der zum 6:9 verwandelte (13.). Dann war der erste Kempa fällig. Philipp Urbach legte zum in den Kreis fliegenden Qendrim Alaj zum 7:12 ab (23.). Der Spielertrainer wurde für Abwehraufgaben von Leonard Tölke abgelöst. Die Eisenacher variierten zwischen einer defensiven und einer offensiven Abwehrvariante. Für Geras Joel Hobusch war die Partie schon vor der Pause beendet. Er riss den davongeeilten Stegner beim Torwurf rüde um. Rot die logische Konsequenz. Qendrim Alaj verwandelte den ebenso fälligen Siebenmeter zum 9:14 (29.).

Beim Stand von 13:16 (33.) bedurfte es eines „Wachrüttlers“ während einer Auszeit. Das Leder lief durch die Eisenacher Reihen zu Philipp Urbach, der von Rechtsaußen zum 13:18 versenkte (35.). Zwei Wechselfehler brachten dem ThSV Eisenach II zwei Zeitstrafen ein und das Leder ging zugleich an den noch sieglosen Post SV Gera, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten wehrte. Spätestens bei ThSV-Keeper Bastian Freitag endeten jedoch ihre Angriffsbemühungen. Der nun auch im Angriff aufgebotene Tölke wuchtete zum 14:21 ein (42.). Zwischenzeitlich standen bei den Wartburgstädtern gleich sechs 17- bis 19-Jährige auf dem Parkett, gemeinsam mit „Opa“ Philipp Urbach, dem 29-jährigen Kapitän. Kurzzeitig kehrten Qendrim und Armend Alaj auf das Parkett zurück. Das 18:25 resultierte aus einem erneuten Kempa (53.). Jannes Rehm behauptete sich zum 18:27 (56.). Der ins ThSV-Gehäuse gekommene Aron Büchner passte das Leder zum schon in der gegnerischen Hälfte lauernden Leif Katzwinkel, der zum 19:28 einlochte (58.). Oskar Lorber verwandelte für die Hausherren als letzte Aktion der Partie einen Siebenmeter zum 20:29-Endstand.

ThSV Eisenach II: Freitag, Büchner; Müller, Brenner (9), Urbach (5), Stegner (2), Schlotzhauer, Rehm (1), Tölke (2), Beyer, Q. Alaj (5/3), A. Alaj (1), Starke (1/1), Katzwinkel (1), Ruppert (2)