Mühlhausen-Trainer Schreyer: „Ich habe den Laptop durch den Raum geworfen“

Alexander Hanne
| Lesedauer: 2 Minuten
Erik Schreyer ist nicht nur Chef-Trainer, sondern auch Chef-Motivator beim Post SV Mühlhausen.

Erik Schreyer ist nicht nur Chef-Trainer, sondern auch Chef-Motivator beim Post SV Mühlhausen.

Foto: Christian Habel

Mühlhausen.  Interview der Woche: Die Leiden des Erik Schreyer, wenn er Spiele seiner Mannschaft im Netz verfolgen will

Das letzte Mal saß Chef-Trainer Erik Schreyer am 6. Januar beim Auswärtssieg in Grünwettersbach in der Box. Seither leidet er an eine hartnäckigen Virus-Erkrankung. Wie sehr Schreyer aus der Ferne mit seinem Team „mitfiebert“ erklärt er in Interview.

Herr Schreyer, wie geht es Ihnen derzeit?

Mit geht es den Umständen entsprechend gut. Ich glaube ich bin auf dem richtigen Weg.

Wie haben Sie den sensationellen Sieg gegen Angstgegner Saarbrücken mitverfolgen können?

Ich habe das bei meinen Eltern verfolgt, soweit es ging. Als das Livestreaming nicht mehr funktionierte habe ich den Laptop meines Vater durch den Raum geworfen. Ich hatte seine Freigabe (lacht). Dann wurde gesagt, dass es keine Live-Berichterstattung mehr gibt. So habe ich auf die nackten Zahlen im Live-Ticker gestarrt. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und wir haben über den Vorstand eine Live-Schalte mit dem Handy gemacht. Ich wollte das Team ja eigentlich über den Stream ein bisschen coachen.

Nach dem Sieg hatte Daniel Habesohn sie live am Handy dabei. Haben Sie die Emotionen mitbekommen?

Ja, wir haben gejubelt, gegrinst und einfach was ins Telefon geschrien. Zu Daniel habe ich dann gesagt, dass er es gegen Darko Jorgic ganz schön rascheln gelassen hat. Das ist seine Wiener Ausdrucksweise. Für mich war das auch gut für die Genesung. Ich hatte aber auch ein weinendes Auge, weil ich nicht dabei sein konnte.

Man spürt in der Halle, dass der große Motivator Schreyer fehlt...

Ja, das ist ein Teil meines Jobs. Man kann natürlich nicht erwarten, dass die Spieler meinen Job auch noch übernehmen. Die müssen sich auf sich konzentrieren. Es ist aber ein Vorteil, dass jetzt fünf Spieler da sind. Irvin Bertrand war ständig in der Box anwesend. Das hilft der Mannschaft.

Die Mannschaft ist ohne Sie sehr erfolgreich – Siege gegen Ulm und Saarbrücken. Wie funktioniert das?

(Lacht) Es zeigt einfach, dass wir eine eingeschworene Truppe sind. Da springt einer für den anderen in die Bresche. Wir haben so viel Erfahrung im Team und verstehen uns einfach auch Abseits vom Tisch sehr gut. Wenn da eine Karte fehlt bricht das Kartenhaus noch lange nicht zusammen.

Wann werden Sie zurückkehren?

Erstmal muss ich sagen, dass ich mich für die vielen Genesungswünsche von den Fans bedanken will. Das war wirklich großartig. Ich muss jetzt wieder auf 100 Prozent kommen, denn nur so kann ich der Mannschaft helfen. Das muss von innen kommen, dass ich mir sage, ich bin wieder bereit.