Triathlet Torsten Winter: Qualifikation für Hawaii erreicht...

René Röder
| Lesedauer: 4 Minuten
Bei seinem Start beim Ironman Hamburg schaffte Triathlet Torsten Winter vom VfB Torpedo Ichtershausen Platz 38 in seiner Altersklasse, hätte beim Ironman Hawaii starten können.

Bei seinem Start beim Ironman Hamburg schaffte Triathlet Torsten Winter vom VfB Torpedo Ichtershausen Platz 38 in seiner Altersklasse, hätte beim Ironman Hawaii starten können.

Foto: Antje Winter

Hamburg.  ...doch Sportler von Torpedo Ichtershausen ist bei der Slotvergabe in Hamburg längst schon abgereist

Was für ein Pech! Bei seinem Start beim Ironman Hamburg schaffte Triathlet Torsten Winter vom VfB Torpedo Ichtershausen Platz 38 in seiner Altersklasse und hätte sich damit für einen Start beim Ironman Hawaii qualifiziert. Es kam anders.

Obwohl er unter zehn Stunden bleiben wollte, ist die Leistung in 10:10,19 Stunden respektabel. Doch bei der Slotvergabe für Hawaii – der Startplatzvergabe – fehlte er und wurde deswegen von der Qualifikationsliste gestrichen.

„Zwei Jahre habe ich mich auf diesen einen Tag vorbereitet, gut trainiert und so ziemlich alles dem Sport untergeordnet. Hier gilt besonders der Dank meiner Familie, die sehr viel zurückstecken musste“, so Torsten Winter nach dem Rennen, bei dem er an seine Grenzen ging. Torsten Winter wurde Gesamt-317., 292. aller Männern und in seiner Klasse 45 bis 49 kam er auf Rang 38. des dreigeteilten Rennens an der Hamburger Alster.

Das Rennen mit insgesamt 2500 Startern hatte es in sich: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und eine Marathonstrecke von 42,195 Kilometern mussten gelaufen werden. Zunächst ging es ins Wasser. Von der Binnenalster durch die Kennedy-Brücke und der Außenalster. Schon 3.30 Uhr klingelte der Wecker. Alles war am Vorabend vorbereitet. „Kurz vor 5 Uhr stand ich am Jungfernstieg, 6.30 Uhr ging es los und das Schwimmen lief sehr gut, bis auf einen kleineren falschen Richtungswechsel, ich hatte eine Boje übersehen. Nach 1:03,37 Stunden stieg ich aus der leider doch recht dreckigen Binnenalster.“

Mit dem Rad ging es durch die HafenCity und den Süden Hamburgs auf einen Rundkurs. Winter brauchte für die 180 Kilometer „passable“ 5:11,41 Stunden, wie er meinte. „Das Training der letzten Monate und Jahre hatte sich bezahlt gemacht und so begannen erst ab Kilometer 170 die ersten Krämpfe.“

Der abschließende Marathon führte in vier Runden entlang und um die Binnen- und Außenalster mit Ziel Rathausmarkt. „Ein deutlicher Salzverlust, den ich viel zu spät an einem Versorgungsstand auffüllen konnte, kostete Zeit.“ Am Ende standen 3:46,17 Stunden.

„Nach 10:10,19 erreichte ich den schwarz-roten Teppich und es dröhnte: Torsten, You are an Ironman...“ Mein Ziel unter zehn Stunden zu bleiben und mich für Hawaii zu qualifizieren schrieb ich da mit dem 38. Platz meiner Altersklasse eigentlich schon ab“, so Winter.

Am nächsten Morgen fuhr Torsten Winter nach dem Frühstück wieder nach Hause. „Meine Frau, die mich nach Hamburg begleitete freute sich, genauso wie ich, auf unseren kleinen Sohn, den wir für das Wochenende bei Oma und Opa gelassen hatten“, berichtet Torsten Winter. Am Abend saß die Familie auf der Terrasse und ich las im Internet einen Bericht von tri-mag über den Ironman in Hamburg und dass viele Altersklassen-Athleten auf ihren möglichen Slot verzichtet hätten. In Winters Altersklasse 45 bis 49 hätte so sogar Platz 56 und 10:29,30 Stunden gereicht für Hawaii!

„Niemals hätte ich gedacht, dass das hätte reichen können, zumal so viele Athleten aus dem Ausland nach Hamburg angereist waren, um ihr Hawaii-Ticket zu lösen. Ich war bestürzt und hab mich unglaublich gehasst für meine Dummheit. Zwei Jahre habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet und dann sowas...“

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sich Torsten Winter trösten ließ. „Mindestens 10.000 Euro spare ich mir so für andere wunderbare sportliche Highlights und es bleibt das Wissen, das ich es zumindest geschafft hätte und nach Hawaii hätte reisen können.“

Nun will er als Sportsmann beim Ironman 70.3 Ende Juli in Dresden sein Glück versuchen. Und wer weiß, da besteht die Möglichkeit die Qualifikation für die WM in Finnland zu schaffen. Torsten Winter: „Halbdistanzen liegen mir deutlich besser und in Dresden werde ich auch ganz bestimmt bis zur letzten Slotvergabe abwarten.“