Zwei Mädels im Goldrausch – starke Sömmerdaer Leichtathleten in Gotha

Michael Gubelt
| Lesedauer: 5 Minuten
Nich nur über die Hürden, wie hier in Erfurt, stark: Mirna Najjar knackte über 100 Meter erstmals die 13-Sekunden-Marke und holte den Titel in der W14.

Nich nur über die Hürden, wie hier in Erfurt, stark: Mirna Najjar knackte über 100 Meter erstmals die 13-Sekunden-Marke und holte den Titel in der W14.

Foto: SV Sömmerda

Gotha.  Bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften der U14 bis U20 glänzen aus Sicht des SV Sömmerda vor allem Mirna Najjar und Lea-Celine Schleicher.

Bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften der U14 bis U20 im Gothaer Volksparkstadion waren auch zwölf Athleten des SV Sömmerda am Start. Bei guten Bedingungen erzielten sie vor allem in den Sprintdisziplinen gute bis sehr gute Ergebnisse.

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Mirna Najjar über 100 Meter. Im Vorlauf verbesserte sie sich bereits auf starke 13,07 s und war damit die Schnellste. Im Finale bestätigte sie ihre Dominanz und konnte sich mit 12,88 s nochmals steigern und knackte erstmals die 13-Sekunden-Marke. Sie verbesserte ihre Bestleistung um ganze sieben Zehntelsekunden und wurde souverän Landesmeisterin in der W14. Ihre Schnelligkeit konnte sie im Weitsprung nicht so gut umsetzen und wurde mit 4,55 m Sechste.

Im gleichen Starterfeld wurde Carolin Schröpfer mit für sie soliden 4,34 m Neunte. Für die 100 m benötigte Carolin 14,35 s. Am Sonntag sollte mit dem 80-m-Hürdenlauf ihre stärkste Disziplin folgen. Im Vorlauf verbesserte sie in einem technisch sauberen Lauf ihre Bestleistung auf 13,08 s. Eine weitere Steigerung im Endlauf auf 13,02 s bedeutete am Ende die Bronzemedaille. Die Freude über dieses Ergebnis überwog schließlich doch dem anfänglichen Ärger, Platz zwei knapp verfehlt zu haben.

Eine Altersklasse tiefer gingen zwei weitere Mädchen des SVS an den Start. Lina Voigt war nicht ganz fit angereist. Sie versuchte trotzdem, anzutreten und musste leider nach dem 75-m-Sprint in 10,78 s (13. Platz) den Wettkampf beenden. Collien Hofmann konnte sich über eine Bestzeit und Platz zehn über die 75 m in 10,65 s freuen. Im Weitsprung der W13 wurde sie mit 4,04 m Zwölfte und blieb knapp unter ihrer Bestweite. Hatte sie noch vor dem 800-m-Lauf ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, konnte sie sich nach einem couragierten Rennen über eine Steigerung ihrer Bestzeit um gleich zehn Sekunden auf 2;45,68 und Platz sieben freuen.

Gleich drei Titel für Schleicher

In der W12 trat Mia Tümmler in drei Disziplinen an. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie im Weitsprung mit neuer Bestleistung von 4,16 m und Rang acht im dreißigköpfigen Starterfeld. Die 75 m absolvierte sie in soliden 10,91 s als Elfte. Im Kugelstoßen wurde sie mit 7,16 m undankbare Vierte.

In der weiblichen Jugend U20 starteten Lena Mickley und Lea-Celine Schleicher. Lena belegte mit guten Leistungen über 100 m Platz fünf (14,46s) und im Weitsprung Platz sechs (4,49 m). Schön, dass sie trotz ihrer Ausbildung und der Schichtarbeit weiter trainiert und sich auch im Wettkampf der Konkurrenz stellt. Lea konnte gleich drei Landesmeistertitel erringen. Am wertvollsten dabei die Leistung über 100 m. Im Vorlauf konnte sie ihren erst kürzlich aufgestellten Kreisrekord erneut auf 12,95 s steigern. Im Endlauf genügten dann 13,06 s zum Sieg. Über 400 m kam sie mit 62,50 s nahe an ihre eigene Bestmarke heran. Selbstkritisch erklärte sie, zu langsam gestartet zu sein. Ein ebenfalls beachtliches Ergebnis gelang ihr in der erstmals von ihr gelaufenen 400-m-Hürdenstrecke am zweiten Wettkampftag. Sie holte in dieser „schmerzvollen“ Disziplin ebenfalls den Titel in 71,55 s.

Bei den Jungs starteten für Sömmerda in der M12 Luis Liebold und Dave Kellner. Im Weitsprung belegte Dave mit neuer persönlicher Bestleistung von 3,88 m Platz 16, Luis wurde in soliden 4,04 m Zwölfter. Die 75 m endeten für Dave in 11,06 s (12.), Luis blieb in 11,61 s (20.) ein wenig unter den Erwartungen. Die 800 m liefen beide Jungen couragiert. Dave wurde in 2;47,73 min Sechster, Luis in 2;50,10 min Neunter.

Ebhardt mit erfolgreichem Kurzauftritt

Linus Ebhardt ließ es sich zwischen der eigenen Jugendweihe und der abendlichen Feier nicht nehmen, wenigstens die 100 m zu laufen. In der M15 lief er zunächst 11,91 s im Vorlauf, was bereits Bestleistung war. Diese steigerte er im Endlauf noch auf 11,90 s, holte Bronze – und schon war er wieder weg zur Feier.

Nicht unerwähnt sollen die wackeren Senioren des SVS bleiben. In der M50 holte sich Ludwig Döring gleich fünf Landesmeistertitel: im Hochsprung mit 1,40 m, im Weitsprung mit neuem Kreisrekord (5,33 m), im Kugelstoßen mit 11,35 m, mit dem Diskus (34,06 m) sowie dem Speer (42,95 m). Wolf-Dietrich Roehr wurde Vizemeister in der M60 im Speerwurf mit 35,91 m und neuem Kreisrekord. Beide starteten außerdem im Stabhochsprung außer Konkurrenz. Döring sprang 3,20 m, Roehr 3,00 m.

Rückblickend überzeugten vor allem die Sprintergebnisse. In diesen Disziplinen konnte der SVS allein vier Landesmeistertitel sowie zwei dritte Plätze belegen. Mit Carolin Schröpfer (80 m Hürden), Mirna Najjar (100 m und Weitsprung) und Linus Ebhardt (100 m) haben auch drei Athleten Normen für die Mitteldeutschen Meisterschaften am 26. Juni an gleicher Stelle erfüllt.