Aller guten Dinge sind zwei: Science City Jena jagt Nürnberg Falcons

Jena.  Basketball Pro A: Science City Jena liegt gegen die Nürnberg Falcons bereits mit 18 Punkten zurück. Doch dann folgt eine spektakuläre Aufholjagd.

Erleichterung – 18 Punkte lagen die Hausherren aus Jena bereits zurück, bevor im letzten Viertel doch noch die Wende gelang. Matt Vest (rechts) erzielte 20 Punkte.

Erleichterung – 18 Punkte lagen die Hausherren aus Jena bereits zurück, bevor im letzten Viertel doch noch die Wende gelang. Matt Vest (rechts) erzielte 20 Punkte.

Foto: Sascha Fromm

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Sein Autogramm war gefragt während der Ehrenrunde nach einem Heimsieg: Justin Leon. Mit seinem erfolgreichen Dreipunktewurf und einem sich anschließenden Urschrei brachte er Science City Jena beim 81:81 wieder heran, die 2325 Zuschauer zum Toben und letztlich seine Mitspieler auf die nicht mehr für möglich gehaltene Siegesstraße. 86:84 (18:18; 39:45; 62:73) gegen die Nürnberg Falcons, erster Sieg im ersten Spiel des Jahres. Doch danach sah es lange Zeit nicht aus.

Jenas Korbjäger wollten die desolate Leistung beim Auftritt in Nürnberg eine Woche zuvor vergessen machen. Und so begann das Team auch. Konzentriert, wachsam, mit Zug zum Korb und Zuversicht in den Gesichtern. „Vor den heimischen Fans werden wir einiges besser machen“, sagte Cheftrainer Frank Menz im Vorfeld. Und zunächst schien er Recht zu behalten.

Symbolisch dafür ein geglückter Dunk von Julius Wolf (7:2) – das sehen die Zuschauer sonst eher selten von ihm. Nach sechs gespielten Minuten schafften es bereits sechs Jenaer aufs Scoreboard. Fokussiert erhöhte das Team den Vorsprung auf 17:10. Noch zu wenig, ließ Jena im Angriff den einen oder anderen freien Korb liegen. Dies sollte sich rächen. Nach der Auszeit von Gästetrainer Ralph Junge glich seine Mannschaft bis zum Ende des Viertels aus.

Ein Wurf, ein Treffer hieß es anfangs des zweiten Abschnitts. Beide Teams trafen in dieser Phase beliebig aus der Distanz. Zum Spielende lag die Quote von der Dreierlinie für die Hausherren bei 43 Prozent (10 von 23), Nürnberg war mit 52 Prozent noch besser (11 von 21).

Bis zum 33:27 behauptete Jena die Führung, dann kam der Knick. Dontay Caruthers konnte bei seiner Heimspielpremiere keine Akzente setzen und auch der zu Beginn starke Alex Herrera tauchte ab. Dafür wurde bei den Franken der ehemalige Jenaer Stephan Haukohl immer auffälliger. Am Ende kam er auf 19 Punkte, lediglich Duane Wilson war mit 24 Zählern noch erfolgreicher. Während bei den Gästen jetzt beinahe jeder Wurf saß, verlor SCJ den Spielfaden. Kurz vor der Halbzeitsirene eine Schrecksekunde in der Sparkassen-Arena. Nach einem Zweikampf blieb Point Guard Brad Loesing mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Humpelnd wurde er vom Feld gebracht, es wäre nicht der erste Kreuzbandriss in seiner Karriere.

Doch relativ schnell die Entwarnung: Gerissen war nichts, zum Einsatz kam der Deutsch-Amerikaner an diesem Abend dennoch nicht mehr. 39:45 zur Halbzeit – eine Steigerung zum vergangenen Aufeinandertreffen, aber nicht nur die Fans spürten noch viel Luft nach oben. Diese wurde allerdings im dritten Viertel immer dünner.

Die Ballverluste bei SCJ häuften sich und Nürnberg blieb im Stile eines Aufstiegskandidaten cool. Beim 39:57 schien die Partie so gut wie entschieden, ehe Kapitän Nawrocki mit drei Punkten ein Lebenszeichen setzte. Er war mit 18 Punkten Jenas zweitbester Scorer des Tages, nur Matthew Vest erzielte zwei Zähler mehr. Jena war wieder drin im Spiel, doch die Falcons hielten den Vorsprung bis ins Schlussviertel hinein zweistellig. Es musste ein besonderes Viertel her, und das wurde es.

Mit dem wiedererstarkten Herrera (13 Punkte, 11 Rebounds) und dem voller Energie geladenen Leon (12 Punkte, 12 Rebounds) konnte Jena den Rückstand immer weiter verkürzen. Auch die Fans ließen sich davon anstecken, feuerten das Team bei allen Situationen lautstark an.

Nürnberg zeigte sich im achten aufeinanderfolgenden Viertel gegen die Thüringer erstmals beeindruckt, selbst wenn Wilson sein Team bei 81:84 nochmals in Front brachte. Jan Heber konterte von außen und Herreras Hakenwurf brachte die entscheidende Führung 30 Sekunden vor Schluss.

Wilson hätte die Falcons in die Verlängerung führen können, doch auf die Jenaer Kurve blickend, scheiterte er mit zwei Freiwürfen in der Schlusssekunde. Science City glückte die Revanche in Krimi-Manier. Und Justin Leon hat auch einen Tag danach noch sichtlich Spaß beim Autogramme schreiben.

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