Als ein Mosbacher gegen RB Leipzig spielte

Erfurt/Mosbach.  Vor elf Jahren trafen die zweite Mannschaft von Rot-Weiß Erfurt und RB Leipzig in der Oberliga aufeinander. Zum Erfurter Team zählte Andy von Roda.

Heute für den Mosbacher SV am Ball: Andy von Roda spielte in der Saison 2009/10 mit dem FC Rot-Weiß Erfurt II zweimal gegen RasenBallsport Leipzig.

Heute für den Mosbacher SV am Ball: Andy von Roda spielte in der Saison 2009/10 mit dem FC Rot-Weiß Erfurt II zweimal gegen RasenBallsport Leipzig.

Foto: Sascha Fromm

Wie viel sich im Fußball binnen eines Jahrzehnts verändern kann, zeigt ein Blick elf Jahre zurück. Am 29. November 2009 trafen in der Oberliga die zweite Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt und RB Leipzig aufeinander. Richtig gelesen: Vor elf Jahren hatte RWE noch eine zweite Mannschaft, die in derselben Liga spielte wie jetzt ihre erste Mannschaft. Und RasenBallsport Leipzig, das inzwischen dank der Red-Bull-Millionen regelmäßig um die deutsche Meisterschaft mitspielt und in diesem Jahr das Halbfinale der Champions League erreichte, war gerade mal ein halbes Jahr alt. Im Mai 2009 war der Verein gegründet worden und hatte das Oberliga-Startrecht des SSV Markranstädt erworben.

Weil das auch damals schon für viel Gesprächsstoff sorgte, wollten an jenem 29. November 2009 stolze 1133 Zuschauer das Spiel im Steigerwaldstadion miterleben. Sie hofften, dass Erfurts Reserve den Rasenballsportlern aus Leipzig bei deren Mission sofortiger Aufstieg in die Regionalliga ein Bein stellt. Doch danach sah es zunächst nicht aus. Die favorisierten Gäste, mit hochklassig erfahrenen Akteuren bestückt und im Durchschnitt fast 30 Jahre alt, führten gegen die Erfurter Jungspunde durch Tore von Nico Frommer (21.) und Christian Reimann (44.) zur Pause 2:0. Doch das Team des damaligen Trainergespanns Hans-Jürgen Kinne und Albert Krebs, der zwei Jahre später die SG FC Wartburgstadt/Lok Eisenach in die Thüringenliga führte, schaffte binnen sieben Minuten den Ausgleich: Erst traf Sturmtalent Christian Beck, der später Magdeburg in die zweite Liga schoss, zum Anschluss (52.), dann sorgte ein Eigentor für das 2:2 (59.).

Dieses Ergebnis hielten die Erfurter bis zum Schluss, auch weil bei den Leipzigern mit Schumann und Rosin zwei Spieler vom Platz flogen. 14 Minuten vor Ende kam der damals 19-jährige Andy Brandau für Fabian Montabell aufs Feld. Auch im Rückspiel, das RB klar mit 4:1 gewann, kam der Mosbacher zum Einsatz. 2014 nahm Brandau den Nachnamen seiner Ehefrau an und ist als Andy von Roda inzwischen die zentrale Figur des Kreisoberligisten Mosbacher SV.

Dieses 2:2 sollte eines von nur vier Saisonspielen sein, die die Leipziger nicht gewannen. Bereits nach 25 Spieltagen standen sie als Aufsteiger fest. Die RWE-Reserve beendete die Saison als Siebter. Brandau und Beck wechselten nach der Serie zusammen zu Nord-Oberligist Torgelower SV, mit dem sie im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV (1:5) antraten. Später traf von Roda mit Wacker Gotha und dem FC Eisenach noch auf Erfurts Reserve, die nach der Saison 2015/16 aufgelöst wurde. Da hatte RB Leipzig gerade den Aufstieg in die Bundesliga geschafft.