Erfurt. Die Rot-Weiß-A-Junioren beenden Regionalliga-Hinrunde auf einem sicheren Mittelfeldplatz. Noch zwei Partien der Rückrunde stehen aus. Und es liegt noch viel Arbeit vor den Erfurtern.

Nach einer letztsaisonalen wirren Regionalliga-Hinrunde – nur die gab‘s infolge der Corona-Pandemie – hatten die Rot-Weißen auf dem allerletzten Drücker dank eines ungeschlagenen Frühjahrs-Runs 2023 von sieben Partien am Stück die zweithöchste Spielklasse gehalten.

Trainer Thomas Kost hatte vor der neuen Saison vor allem auf mehr Ausgewogenheit und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor im wie stets vor einer neuen Spielzeit neuen Kaders gesetzt. Sein Blick in die Zukunft: „Ich hoffe, wir als Mannschaft brauchen diesmal sportlich keinen finalen Crashkurs.“ Nach zwölf Spielen mit 18 Punkten und 27:25-Toren scheint sich dies mit dem zwischenzeitlichen Rang 6 einigermaßen zu bestätigen, wenngleich im Dezember 2023 mit den Partien beim 1. FC Magdeburg an diesem Sonntag und zu Hause gegen den VfL Halle (10.12., 11 Uhr) noch die zwei ersten Rückrundenspiele anstehen.

Defensivverhalten der gesamten Mannschaft besitzt Luft nach oben

Hat das Team die vor der Saison vom Trainer geäußerten Hoffnungen erfüllen können? Nur bedingt! Einen finalen Crashkurs wider den Abstieg wird es wohl nicht geben. Zu groß ist schon jetzt der Abstand zu den Gefahrenrängen. Gravierend aber war weiterhin, dass die Rot-Weißen zu oft nur in einer Halbzeit in der Lage waren, zufriedenstellend bis ab und zu auch optimal performen zu können. Da war zu sehen, dass weit mehr offensives Potenzial in der Mannschaft steckt. Herausgespielte Chancen, von denen es nicht wenige gab, fanden zu selten einen erfolgreichen Abschluss. Die Trainer-Hoffnung auf mehr Kaltschnäuzigkeit vorm Tor wurde mit 27 Treffern bei jeder Menge weiterer Chancen nur sehr bescheiden erfüllt. Auch die Defensivarbeit war selten optimal. Nicht unbedingt die der defensiven Viererkette. Die Innendecker Noah Dolzer, gleichzeitig der Kapitän, und Luca Florian spielten einen stets auffällig souveränen Part. „Das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft ließ noch einige Wünsche offen. Daran gilt es zwingend zu arbeiten“, weiß Kost.

Im Angriff überzeugte der noch in der U17 spielberechtigte, vom FC Erfurt Nord geholte Ledjon Fikaj mit viel Tempo, Spielwitz und bis dato acht Treffern. Dass der ebenfalls auffällige, endlich wieder fitte Stanislav Moraru bis zu seiner langwierigen Verletzung durch Fikaj auf der linken Bahn adäquat ersetzt werden konnte, war ein Glücksfall. Im Mittelfeld agierte der aus Berlin gekommene Ardolind Sfishta an der Seite vom gleichfalls auffälligen Kenan Bajramovic – wenngleich nicht durchgängig – mit viel Übersicht. Auch bei den beiden Talenten ist Aufmerksamkeit über 90 Minuten gefragt. Thomas Kost mit Blick auf die Hinrunden-Spiele gegen die Spitzenmannschaften Berliner AK (1:4), Magdeburg (1:2) und Cottbus (2:4): „Da haben wir schon gesehen, dass vor der Rückrunde noch viel Arbeit vor uns liegt.“

Immerhin: Kurzfristig ist es den Rot-Weißen gelungen, den 17-jährigen ghanaischen Auswahlakteur und Innendecker Mohammed Yakubu vom FC Eichsfeld zu verpflichten, an dem auch andere Vereine Interesse bekundeten. Genau im richtigen Moment. Denn Luca Florian bekam in der Schlussminute bei Viktoria Berlin übertrieben „Rot“ vom nicht immer überzeugenden Referee gezeigt. So wäre Yakubu gleich zu seinem ersten Einsatz gekommen.

Fünf Stunden Busfahrt umsonst

Ja, wenn die finale Hinrundenpartie gegen den BFC am vergangenen Wochenende stattgefunden hätte. Die Berliner waren schon angereist und vor Ort im Gebreite, als der Referee die Partie wegen des gefrorenen Untergrunds in beiden Strafräumen absagte. Dass die Berliner, zu Hause beständig auf Kunstrasen unterwegs, ohne Zögern zugestimmt hatten, verwunderte ein wenig. Es spricht für sie. Schließlich waren sie über fünf Stunden per Bus unterwegs. Das gleiche Prozedere steht ihnen nun zum neuen, bereits feststehenden Termin am 3. März bevor.

Wie hat Udo Jürgens gesungen? Noch lang ist nicht Schluss. So ist es auch mit den Rot-Weißen A-Junioren. Geplant sind für Dezember 2023 noch zwei Partien, am Sonntag bei Magdeburg und am Sonntag, 11 Uhr, darauf gegen den VfL Halle. Angesichts der derzeit winterlichen Verhältnisse scheint die Partie zumindest in Erfurt gefährdet.