Jena. Trotz langen Rückstandes und ohne Markus Lentzko gewinnen die Mühlhäuser beim HBV Jena 27:25 und bleiben das Maß aller Dinge

Was für eine Aufholjagd, was für Emotionen, was für eine Spannung. In einem wahren Krimi auf hohem Niveau holen die Oberliga-Handballer des VfB TM Mühlhausen den neunten Sieg im neunten Spiel, mischen weiterhin die Liga auf und lassen sich von Ausfällen oder Rückständen nicht beirren. Auch nicht mit dem Umstand, dass Goalgetter Markus Lentzko und Trainer Karsten Knöfler nicht dabei waren.

„Es war ein schweres Spiel, zumal wir uns zu viele Fehler erlaubt haben – insbesondere am Anfang. Zwar konnten wir uns bis zur Halbzeit wieder herankämpfen, doch auch während jener Phase unterliefen uns immer noch zu viele technische Fehler“, resümierte Thomas Walther, Co-Trainer der Müntzerstädter. Mit dem Dargebotenen seines Tams im zweiten Akt zeigte er sich indes um einiges zufriedener. Da habe es sich schlichtweg besser verkauft. „Die Abwehr war gut, und bei unseren Abschlüssen hatten wir eine Erfolgsquote von fast 100 Prozent – von dergleichen waren wir zum Auftakt weit entfernt“, ergänzte Walther.

Gastgeber führen bis in die Schlussminuten

Über weite Strecken sah es am Samstag jedoch danach aus, dass die VfB-Akteure erstmals als Verlierer vom Feld gehen könnten. Die Gastgeber dominierten das Geschehen und hatten – sieht man einmal vom Auftakt ab – durchgehend die Führung inne. Doch dann brach die 53. Minute an, in der das Team aus Mühlhausen dank des Treffers von Konstantin Fick zum temporären 23:22 erstmals die Führung übernahm – letztlich sollten sie diese nicht mehr aus der Hand geben. Zwar konnten die Ostthüringer noch zum 23:23 (53.) und 24:24 (54.) egalisierten, doch die Partie noch einmal zu ihren Gunsten zu drehen, blieb ihnen verwehrt.

Auch Björn Harder war mit sechs Toren in Jena sehr treffsicher.
Auch Björn Harder war mit sechs Toren in Jena sehr treffsicher. © Sebastian Fernschild

„Wir haben uns heute selbst geschlagen: Gegen Ende waren wir unkonzentriert und haben schlichtweg zu hektisch gespielt, wodurch uns zu viele einfache Fehler unterliefen“, resümierte Laszlo Buglyo. Mühlhausen sei keine Über-Mannschaft gewesen und hätte den Schlusspfiff herbeigesehnt. Ja, man hätte die Gäste schlagen können, gab der Kapitän des HBV Jena zu bedenken. Für ihn und seine Mitstreiter war es die nunmehr vierte Niederlage im neunten Spiel.

Dass Mühlhausen keine Übermannschaft ist, hat sie von sich auch selbst nie behauptet. Zumal sie auch nicht in Bestbesetzung angetreten ist. Mit dem Abpfiff der Begegnung verließ HBV-Trainer Daniel Hellwig schnurstracks die Halle gen Katakomben, um auf halben Weg noch einmal kehrt zu machen – er hatte vergessen, sich von Thomas Walther zu verabschieden. Er hatte zwölf Sekunden vor dem Abpfiff der Begegnung bereits mit all jenen VfB-Akteuren abgeklatscht, die auf der Bank ausharrten. 27:25 lagen die Gäste in Führung – was sollte noch passieren …