Oberdorla. Gewichtheber Gerd Kleinschmidt stirbt an einem Krebsleiden

Kürzlich erhielten die Mitglieder des Thüringer Athletenverbandes die traurige Nachricht, dass einer ihrer besten Masters-Heber der letzten Jahrzehnte den Kampf gegen die heimtückische Krankheit Krebs verloren hat. Bis zuletzt hat Gerd Kleinschmidt gekämpft, gehofft und geplant - nun hat er für immer seine Augen geschlossen.

Kleinschmidt wurde 1952 in Kittelsthal bei Ruhla geboren und war Diplomingenieur für Landmaschinenbau. 1972 lernte er seine Brigitte kennen und heiratete 1974. Seitdem war sein Lebensmittelpunkt die Gemeinde Oberdorla bei Mühlhausen. Aus seiner Ehe gingen zwei Mädchen hervor, die ihm insgesamt vier Enkel schenkten.

Selbstständig mit einer Gerüstbaufirma

Nach der Wende machte er sich mit seinem Partner Klaus-Dieter Pickel mit einer Gerüstbaufirma selbständig und prägte das Bild vieler Gebäude und Einrichtungen im ganzen Land. Kleinschmidt war vielseitig interessiert und so war es kein Wunder, dass bei seiner Trauerfeier mehrere hundert Personen von ihm Abschied nehmen wollten.

So standen sie dichtgedrängt, die Mitglieder des Schützenvereins, die Kegler, die Handballer und die Narren des Faschingsvereins. Allen voran aber seine Freunde des Gewichthebens, bei denen er viele Jahre die Geschicke des ESV Lok Mühlhausen geleitet hatte. Er war Vereinsvorsitzender, Trainer, Kampfrichter und Athlet in einer Person.

Nach der Wende begann seine sportliche Hochzeit, als er Mitte der 1990er-Jahre zu internationalen Wettkämpfen in die Welt aufbrach und viele Medaillen nach Oberdorla zurückbrachte. Höhepunkt war der Europameistertitel 1997 bei den Masters sowie insgesamt sieben Vizemeister bei Welt- und Europameisterschaften.

Deutsche Meisterschaften waren der letzte Wettkampf

Seinen letzten Wettkampf bestritt Kleinschmidt 2022 bei den Deutschen Meisterschaften des Masters in Nagold (Baden-Württemberg), wo er in der Klasse bis 89 Kilogramm der Altersklasse 70 seinen letzten Vizemeistertitel holte. Eine letzte Teilnahme 2023 in Riesa (Sachsen) blieb ihm trotz Meldung verwehrt, da sich dort schon die heimtückische Krankheit anbahnte, er aber trotzdem als Kampfrichter tätig war.

Er hatte noch so viel vor, wollte weiter mit seiner Frau Brigitte Motorrad fahren, mit ihr tanzen und hatte auch schon den nächsten Skiurlaub im Januar 2024 geplant. Das alles bleibt ihm nun verwehrt. Auch seinen Enkel Magnus Marx kann er nicht weiter betreuen und sich über seine wachsenden Erfolge im Gewichtheben erfreuen.

Die gesamte Thüringer Gewichtheber-Familie ist in Gedanken bei seinen Angehörigen, wird sie nach Kräften unterstützen und sich immer an ihn erinnern.