Benjamin Schmutzler über den 58. Super Bowl.

American Football – das Spiel mit dem Leder-Ei; komische Regeln, die keiner versteht; sinnloses Aufeinander-Zugerenne – sagen die einen. Taktik, Athletik, Finesse und Nervenkitzel bis zum Ende entgegnen die anderen. Und wahrlich: Wer den 58. Super Bowl, das große Saisonfinale in der US-amerikanischen National Football League, mitverfolgt hat, dem dürfte es zumindest an Letzterem nicht gemangelt haben.

Zu einer für deutsche Sportverhältnisse untypischen Uhrzeit waren die Fernseher in vielen Wohnzimmern auch nach 4 Uhr morgens angeschaltet. Das mit Recht, denn was sich die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers im Allegiant Stadium von Las Vegas lieferten, war kurzerhand ein Spektakel der besonderen Sorte. Eben so, wie es die Amerikaner mögen.

19:19 stand es nach den regulären 60 Minuten, den motivierten Start des Teams von der Westküste konterte das Team aus Kansas um Star-Quarterback Patrick Mahomes in beeindruckender Manier. Es musste die Verlängerung her und auch in dieser bewies der Sport, dass er an Spektakel und Spannung den hiesigen Branchenführenden in nichts nachsteht.

Die Chiefs gingen, ohne weiteres Timeout, alles oder nichts, wollten den siegbringenden Touchdown und bekamen ihn. Niemals aufgeben und unbedingter Wille – Attribute, die jeder gute Athlet verinnerlicht und die letztlich den Titelverteidiger zum erneuten Superbowl-Gewinn führten. Glückwunsch an die Kansas City Chiefs und Glückwunsch auch an all diejenigen, die dieses besondere Finalspiel trotz schwerer Augen bis zum Schluss verfolgt haben.