Basketballer von Science City Jena betreiben Schadensbegrenzung

Jena.  Geschäftsführer Lars Eberlein beziffert die Verluste auf 300.000 Euro. Aufhebungsverträge und Kurzarbeit sollen bei Einsparungen helfen.

Geschäftsführer Lars Eberlein (links) und Coach Steven Clauss

Geschäftsführer Lars Eberlein (links) und Coach Steven Clauss

Foto: Peter Poser

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„Wie es in der nächsten Saison weitergeht, können wir heute noch nicht abschätzen“, sagt Lars Eberlein. Der Geschäftsführer von Basketball-Zweitligist Science City Jena rechnet durch die Saisonabsage in Folge der Corona-Krise mit Einnahme-Verlusten für seinen Verein von bis zu 300.000 Euro.

Aktuell wird deshalb Schadensminimierung betrieben, erzählt der 48-Jährige. Ziel ist es, durch Einsparungen den Verlust auf 100.000 bis 150.000 Euro am Saisonende zu reduzieren. Dafür drehen die Verantwortlichen um Eberlein jeden Stein um. Mit Spielern, deren Kontrakt am Ende der Spielzeit sowieso ausgelaufen wäre, wurden größtenteils schon Aufhebungsverträge ausgehandelt. Das gilt auch für Coach Steven Clauss, der nach der Erkrankung von Frank Menz die Jenaer übergangsweise als Cheftrainer betreut hat.

Mit anderen Angestellten, die längerfristig an Science City gebunden sind, wird über Kurzarbeit gesprochen. Neben Mitarbeitern wie denen von der Geschäftsstelle betrifft das zum Beispiel auch Trainer Menz sowie die Spieler Dennis Nawrocki, Jan Heber, Joschka Ferner, Lars Lagerpusch, Ermen Reyes-Napoles und Vuk Radojicic. Darüber hinaus gibt es Kosteneinsparungen in allen Bereichen. „Ich glaube, die Sportlandschaft wird nach der Krise eine andere sein“, sagt Eberlein. Sportarten wie Basketball, die sich kaum über Fernseheinnahmen finanzieren, treffe es besonders hart. „Unsere Einnahmen stammen zu 85 Prozent von Sponsoren“, rechnet Eberlein vor.

Es sei noch gar nicht abzusehen, wohin die Reise besonders in den strukturschwachen Regionen wie im Osten Deutschlands führen werde. Haben die Unternehmen kein oder weniger Geld, können sie sich auch kein oder kaum Sponsoring leisten, erklärt Jenas Vereinschef, der befürchtet, dass viele in Zukunft erst einmal kleinere Brötchen backen müssen.

Auch deshalb bittet der Verein schon heute um Hilfe. So ist eine Crowdfunding-Aktion geplant, in der Menschen Science City unterstützen können. „Näheres zu der Aktion werden wir noch in dieser Woche bekannt geben“, kündigt Eberlein an. „Auch so ist jeder mit einer Idee herzlich willkommen. Jeder Euro zählt.“

Völlig schwarzmalen will der Geschäftsführer in dieser schweren Zeit aber nicht. „In jeder Tragödie liegt auch eine Chance.“ Science City komme zugute, dass der Club in dieser Saison extrem viel in den Nachwuchs investiert hat. „Das geht uns auch nicht verloren“, sagt Eberlein, der sich sicher ist, dass die zahlreichen Talente nach der Krise helfen werden. Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft.

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