Clayton Couchman – der freundliche Kanadier

Gotha.  Der 29-jährige Mittelblocker hat sich in Gotha gut eingelebt und wurde schnell zum Stammspieler bei den Blue Volleys in der 2. Bundesliga.

Sympathisch und eine Verstärkung auf dem Volleyballfeld: Mittelblocker Clayton Couchmann hat sich bei den Blue Volleys gut eingelebt.

Sympathisch und eine Verstärkung auf dem Volleyballfeld: Mittelblocker Clayton Couchmann hat sich bei den Blue Volleys gut eingelebt.

Foto: Niklas Kubitz

Sein sonniges Gemüt passt genau zum ersten Eindruck, den man von Clayton Couchman erhält. Blonde, längere Haare, ein Lächeln zu jeder Zeit, Freundlichkeit – der 29-Jährige wirkt nicht nur wie ein „cooler Typ“, er ist es auch. Versehen mit der richtigen Kleidung, würde man tippen, es handle sich um einen Surfer aus Kalifornien.

Doch mitunter kann auch ein erster Eindruck täuschen. Zwar füllt Couchman die ihn zugeschriebenen Attribute perfekt aus. Gebürtig kommt der letzte Neuzugang der Blue Volleys aber nicht aus dem sonnigen Südwesten der USA, sondern aus dem weit nördlich entfernten Kanada.

Apropos Entfernung: diese hat der Mittelblocker nun schon das dritte Jahr in Folge auf sich genommen. Nach einer Spielzeit beim Zweitligisten Eltmann, mit denen er die Meisterschaft feierte, schloss sich Couchman in der abgelaufenen Saison dem dänischen Erstligisten Ishøj Volley an. Nun, nach langer Pause in der Heimat, verpflichteten ihn die auf der Suche nach einem Mittelblocker befindlichen Gothaer nach.

Dabei spielte durchaus auch der Zufall mit. Denn den Kontakt stellte dessen Landsmann Patrick Strzalkowski her, der selbst einige Jahre in Gotha spielte. „Ich habe in Kanada öfter gegen Patrick gespielt, und wir haben uns nach den Spielen immer unterhalten. In der langen Pause nach der Saison habe ich ihn angeschrieben, ob er einen Club für mich hätte. In der Corona-Zeit war es sehr schwer, ein Team zu finden, und im September war ich immer noch nicht untergekommen. Er hat mir gesagt, dass Gotha noch auf der Suche nach einem Mittelblocker war, und so ist der Kontakt zustande gekommen“, sagt er über den Wechsel nach Thüringen.

In Gotha hat es sich Couchman in einer Wohnung gemütlich gemacht. Immer dabei: Hund Colby, der ihn auf Trapp hält. Aber der Kanadier ist nicht nur auf den Hund gekommen, sondern auch im neuen Team sofort angekommen. „Er ist sehr freundlich und hat sich super integriert“, sagt Volleys-Trainer Jonas Kronseder. Couchman gibt das Kompliment gerne zurück: „Das ist ein tolles Team. Sie haben sich sofort um mich gekümmert und aufgenommen. Es kann hart sein, wenn man in eine neue Mannschaft kommt und die Sprache nicht beherrscht. Ich versuche nun, Deutsch zu lernen. Aber es ist eine schwierige Sprache“, sagt er. Unter anderem nahm die Truppe den „Neuen“ bei einem kurzerhand einberufenen Mannschaftsabend mit, als Ende Oktober das Duell mit Mühldorf coronabedingt ausfiel.

Ehrgeiziges Ziel: Mit Gotha unter die Top drei kommen

Dass sich Couchman bei den Gothaern wohl fühlt, unterstreichen die guten Auftritte im Trikot. Zwar war das blaue Dress mit der Nummer neun am Samstag noch nicht mit seinem Namen ausstaffiert. Dennoch ist er längst nicht nur Mitspieler, sondern zum Leistungsträger aufgestiegen. „Er ist zwar nicht der Bomber im Angriff, aber er macht einen super soliden Job in allen Elementen. Er ist im Block da, macht aber auch mit dem Aufschlag Punkte und überhaupt sehr wenig Fehler“, lobt Kronseder den Kanadier.

Dieser stellt hingegen das gute Zusammenspiel der Mannschaft in den Vordergrund. „Ich glaube sogar, dass wir noch ein anderes, besseres Level erreichen können. Die Geschwindigkeit ist gut, die Jungs haben so viel Talent und Potenzial. Die Top drei sollten unser Ziel sein, ich selber wäre auch auf eine erneute Meisterschaft absolut hungrig“, steckt er sich hohe Ziele.

Couchman kennt die 2. Bundesliga, schätzt sie insgesamt stärker als die erste dänische Liga ein. „Der größte Unterschied ist, dass die Mannschaften in der Tiefe besser sind. In Dänemark haben wir gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte recht einfach gewonnen. Dresden aber zum Beispiel hat es uns sehr schwer gemacht, obwohl sie hinter uns standen“, sagt der 29-Jährige, der sich abseits des Volleyballfeldes unter anderem für die deutsche Architektur begeistert. „Gotha und Erfurt haben wunderbare Häuser. Ich mag die ältere Architektur, so etwas gibt es bei uns in Kanada gar nicht“, meint er.

Dennoch ist der Austausch ins Heimatland rege. Mit seiner Mutter und den Geschwistern steht er in regelmäßigem Kontakt; nach den Trainingseinheiten zockt er gerne online Videospiele mit seinen Freunden in Kanada. Außerdem sind die Couchmans große Volleyball-Fans. Wenn Clayton mit den Blue Volleys spielt, flimmert der Livestream in Übersee. „Die Spiele sind dann bei uns in der Mittagszeit. Das passt ganz gut“, sagt er.