Coronabefund statt Mandelentzündung für Meuselwitz´Luca Bürger

Meuselwitz.  Nach dem Fußballspiel gegen Berlin klagte Luca Bürger über Kopfschmerzen. Und es wurde noch schlimmer

Luca Bürger (links, hier im Zweikampf mit Tolcay Cigerci von VSG Altglienicke) zählt bei Meuselwitz zu den fittesten Spielern. Das Coronavirus hat den 24-Jährigen allerdings zugesetzt.

Luca Bürger (links, hier im Zweikampf mit Tolcay Cigerci von VSG Altglienicke) zählt bei Meuselwitz zu den fittesten Spielern. Das Coronavirus hat den 24-Jährigen allerdings zugesetzt.

Foto: Matthias Koch

Luca Bürger war sichtlich platt nach dem Training, extremer Muskelkater, alles tat weh. Platt, aber auch glücklich, dass er vergangene Woche zusammen mit den Mitspielern vom ZFC Meuselwitz auf den Platz durfte. Denn während ein Großteil der Mannschaft bereits seit dem 16. November wieder auf dem Rasen agiert, musste der 24-Jährige eine Woche länger ausharren.

Der Grund: ein positiver Test auf Covid-19, den Coronavirus. Nach dem letzten Ligaspiel gegen BFC Dynamo, infolgedessen die Mitteilung von infizierten Berliner Spielern aufkam, erwischte es auch drei Meuselwitzer.

Befund nach dem Spiel gegen Berlin

Darunter Luca Bürger, der zunächst über ein mulmiges Gefühl und Kopfschmerzen klagte. „Ich war am Montag nach der Partie noch arbeiten, am Abend wurden die Beschwerden stärker. In der Nacht hatte ich dann Schüttelfrost und Schweißausbrüche.“

Zunächst dachte der Mittelfeldakteur an eine Erkältung oder Grippe, ließ sich vorerst nur krankschreiben. Doch es wurde nicht besser, starke Halsschmerzen kamen hinzu. Donnerstag suchte er erneut den Weg zum Arzt, welcher einen Coronavirus-Test anordnete. Das Ergebnis: keine Mandelentzündung, sondern eine Infektion mit dem Virus.

„Natürlich war ich erstmal geschockt, bisher kannte ich in meinem näheren Umfeld keinen mit so einem Befund. In Quarantäne mussten wir als Schutzmaßnahme ja alle. Doch mit dem positiven Test war das bei mir jetzt schon etwas anderes.“

Zwei Wochen hieß es strikte räumliche Trennung, Luca Bürger verbrachte die Zeit fast ausschließlich allein im Schlafzimmer, habe sich über die Erkrankung belesen und mit Betroffenen ausgetauscht.

Ehefrau Hanna, dieses Jahr gaben sich beide das Ja-Wort, musste mit ihm in Quarantäne, pflegte ihren Luca „sehr gut“.

Konnte nicht schmecken und riechen

Das Problem: Vom lecker gekochten Essen hatte der junge Ehemann lange Zeit nichts, litt an komplettem Geruchs- und Geschmacksverlust. „Ich liebe gutes Essen und hatte auch Hunger. Aber wenn man nichts schmeckt und riecht, ist das schon deprimierend.“

Die Beschwerden wurden weniger, nach 14 Tagen wagte sich der Fußballer wieder raus, ging laufen und machte Yoga. Er konnte wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, direkt mit 100 Prozent, wie er sagt. „Nach der ersten Einheit war mir etwas schwindelig, aber es war gut etwas zu machen, die Kollegen wiederzusehen.“

Die Trainings-Motivation einiger sei derzeit überschaubar, keiner weiß so richtig, wo und wann die Reise in der Fußball-Regionalliga weitergeht.

Spieler brauchen Trainingsmotivation

„Da müssen die Erfahrenen schon mal eine klare Ansage machen, damit es die Jungen nicht zu locker nehmen. Wir müssen unser Niveau stabilisieren, solange wir das im Teamtraining dürfen“, gibt sich Bürger kämpferisch.

Ein kleiner Kampf war es auch mit dem Coronavirus. Diesen hat er gewonnen. Die gute Nachricht: Frau Hanna habe sich nicht angesteckt, auch der Geschmackssinn kommt langsam wieder. „Das ist gut so kurz vor Weihnachten“, lacht Bürger. Das Fest werde diesmal in Jena gefeiert, im kleinen Rahmen. Auf den Kontakt zu den Großeltern wurde aus Vorsicht die letzten Wochen bereits verzichtet.

Ohne Frage ein außergewöhnliches Jahr für den ZFC-Spieler, das durch die Hochzeit einen klaren Höhepunkt, durch Corona und dessen Folgen allerdings auch viel Negatives mit sich brachte.