Das Fernziel heißt Tokio 2020

Erfurt  Kristina Vogel, die zum fünften Mal in Folge zur Erfurter Sportlerin des Jahres gewählt wurde, und Nachwuchspreisträgerin Pauline Grabosch wollen dort Medaillen holen

"Wir sind jetzt die Erdgas-Girls", sagte Pauline Grabosch (links) bei der Erfurter Sportgala keck über das gemeinsame Team mit Kristina Vogel.Foto: V. Brix

"Wir sind jetzt die Erdgas-Girls", sagte Pauline Grabosch (links) bei der Erfurter Sportgala keck über das gemeinsame Team mit Kristina Vogel.Foto: V. Brix

Foto: zgt

Bei der 26. Erfurter Sportgala standen die Erfurter Bahnradsprinterinnen Kristina Vogel und Pauline Grabosch vom RSC Turbine Erfurt im Mittelpunkt der Geehrten. Schließlich kann die Sportlerin des Jahres 2016 Vogel mit 26 Jahren bereits auf zwei Olympiasiege, viele Welt-, Europa-, Weltcup- und Nationale Titel verweisen.

Fleißig nacheifern will der Ausnahmesprinterin das Supertalent Pauline Grabosch. Die 19-Jährige wurde erwartungsgemäß nach vier Junioren-Weltmeistertiteln und drei aktuellen Junioren-Weltrekorden sowie der Wahl zur besten Deutschen Juniorsportlerin 2016 auch beste Erfurter Nachwuchssportlerin. Seit Jahresbeginn gehört Grabosch auch zum Team Erdgas 2012 in Chemnitz, für das Vogel schon einige Jahre fährt.

Wo leben und trainieren Sie künftig?

Vogel: Mein Lebensmittelpunkt ist und bleibt Erfurt. Hier sind die Trainings- und Lebensbedingungen super und ich bin mit meinem Traumtrainer Tim Zühlke sehr, sehr zufrieden.

Grabosch: Ich bin ja nun mit Kristina gemeinsam im Chemnitzer Team und heilfroh, mich mit ihr hier in Erfurt in einem gemeinsamen Trainingsteam auf die Rennen vorbereiten zu dürfen. Das soll auch so bleiben.

Wohnen Sie um Haus der Athleten?

Vogel: Nein. Derzeit wohne ich noch im "Hotel Mama" in Sömmerda. Leider hat sich unser Hausbau in Windischholzhausen stark verzögert und ich hoffe, mit meinem Freund Michael Seidenbecher (selbst mehrfacher Europameister und Weltcupsieger im Radsprint, Anm. d. Red.) bald einziehen zu können.

Grabosch: Ich wohne noch im Stadtteil Daberstedt. Demnächst will ich aber mit meinem Freund in eine größere Wohnung in die Brühler Vorstadt umziehen.

Wann fahren Sie wieder Rennen?

Vogel: Bei mir geht es in drei Wochen gleich richtig los. Ich fahre den Weltcup mit Sprint, Keirin und Teamsprint im kolumbianischen Cali. Von dort fliege ich nach Los Angeles zum nächsten Weltcup mit den gleichen Disziplinen.

Grabosch: Ich werde wohl erst im März im niederländischen Apeldoorn beim Sprint und Keirin in die Saison einsteigen.

Was sind Ihre Saisonhöhepunkte?

Vogel: Auf alle Fälle die Weltmeisterschaften im April in Hongkong und die Europäischen Titelkämpfe im Oktober im Berliner Velodrom.

Grabosch: Bei mir ist auch Hongkong das erste große Ziel, obwohl ich mich nach meinem Wechsel in die Eliteklasse wohl erst noch qualifizieren muss.

Gibt es für Sie auch ein Heimspiel im Andreasried?

Vogel: Aktuell ist leider nichts geplant. Ich würde gern mal wieder bei einem Grand Prix in Erfurt fahren, aber dafür gibt es wohl derzeit keine finanziellen Möglichkeiten.

Grabosch: Konkret ist bei mir bisher auch nichts. Denkbar wäre eventuell eine Teilnahme am "Erfurter Poolsprint" am 27./28. Mai oder dem "Spurt in den Herbst" am 16./17. September.

Welche persönlichen Wünsche haben Sie an die neue Saison?

Vogel: Bei mir läuft vieles derzeit richtig gut. Ich wünsche mir vor allem einen baldigen Abschluss unseres Hausbaues, damit ich mich nach Trainings- und Rennbelastungen zu Hause bequem erholen kann.

Grabosch: Ich hoffe auf eine gute und erfolgreiche Eingliederung in meinem ersten Jahr bei der Eliteklasse und möchte im nächsten Jahr ein möglichst gutes Abitur am Sportgymnasium Erfurt ablegen.

Gibt es ein gemeinsames Fernziel?

Beide: Auf alle Fälle. Neben den hoffentlich erfolgreichen Einzeldisziplinen wollen wir uns künftig auch im Teamsprint, als aktuelle Deutsche Meisterinnen, weiter verbessern und 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille anpeilen.