Der seltsame Fall des Daniel Habesohn

Mühlhausen.  Eine kuriose ETTU-Regel verbietet Posts Kapitän den Einsatz in der Champions League. Dafür ist er beim Ligaendspurt dabei

Daniel Habesohn – hier bei der Satzpause im Gespräch mit Trainer Erik Schreyer – hatte zuletzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Daniel Habesohn – hier bei der Satzpause im Gespräch mit Trainer Erik Schreyer – hatte zuletzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Foto: CHRISTIAN HABEL

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Als Post-Geschäftsführer Thomas Stecher am Mittwochabend die Aufstellung der beiden Teams bekanntgab, sorgte ein fehlender Name für Getuschel auf den Zuschauerrängen. Für Außenstehende überraschend weilte Post-Kapitän Daniel Habesohn gar nicht am Kristanplatz, um sein Team beim Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Saarbrücken (Endstand 2:3) spielerisch zu unterstützen.

Doch die Abwesenheit des Österreichers war nicht nur mit den Verantwortlichen abgesprochen, sondern zudem unfreiwillig und das Ergebnis einer wochenlangen Diskussion zwischen dem Verein und der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU). „Wir haben mehrfach mit der ETTU schriftlich diskutiert und gehofft, ihn für die K.o.-Spiele freizubekommen. Leider ohne Erfolg“, sagte Stecher.

Was war geschehen? In den Regularien der ETTU steht, dass ein Spieler mindestens drei der sechs Gruppenspiele in der Champions League absolviert haben muss, um für den weiteren Verlauf spielberechtigt zu sein. Dabei muss der Spieler nicht einmal zum Einsatz kommen, aber pro forma auf dem Spielprotokoll stehen und zumindest in der Halle anwesend sein.

Somit will die Union verhindern, dass „Scheinspieler“ mit guten Werten für Unregelmäßigkeiten sorgen. Habesohn kam in beiden Duellen mit dem französischen Club Angers zum Einsatz, hätte also nur noch eine weitere Meldung gebraucht.

Doch in der Folge blieben sowohl er als auch sein Verein vom Pech verfolgt. Beim Heimspiel gegen Leka Enea lag Habesohn mit einer schweren Bindehautentzündung flach, ein Einsatz beim abschließenden Duell in Orenburg scheiterte daran, dass in der Schnelle kein Visum besorgt werden konnte.

„Wir hatten die Regel natürlich auf dem Schirm, konnten aber nicht wirklich etwas machen. Es war Daniel unmöglich, gegen Enea nach Mühlhausen zu kommen. Ihm ging es richtig schlecht“, sagt Trainer Erik Schreyer. Der Verein wandte sich an die ETTU, zeigte deutlich auf, dass Habesohn kein „Scheinspieler“ ist, sondern durch Krankheit ausgebremst wurde.

„Er ist ja auch bei uns in der Bundesliga Stammspieler“, meint Stecher. Beim europäischen Verband stieß man jedoch auf Granit; Habesohn wurde für alle Duelle der Königsklasse gesperrt. Er darf also weder im Rückspiel am 14. Februar noch bei einem möglichen Weiterkommen dabei sein.

„Das tut schon weh“, sagt Schreyer, der sich der Situation aber stellt und auch positive Seiten findet: „Dafür steht uns Daniel in allen restlichen Bundesliga-Spielen zur Verfügung.“

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