Die Gefahr zu stolpern ist groß

Ohrdruf.  Michael Storch, Trainer des Fußball-Landesklässlers FSV Ohratal Ohrdruf, über Probleme mit kleinen Plätzen und den Kampf um die Tabellenspitze

Michael Storch ist mit dem FSV Ohratal in dieser Saison in der Liga noch unbesiegt.

Michael Storch ist mit dem FSV Ohratal in dieser Saison in der Liga noch unbesiegt.

Foto: Falk Böttger

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Im Nachholspiel der Fußball-Landesklasse ist der FSV Ohratal am Samstag um 14 Uhr zu Hause gegen den FSV Viernau gefordert. Unsere Zeitung sprach mit Trainer Michael Storch (33) über die aktuelle Situation und mögliche Veränderungen im Winter.

Ist der Ärger über das vermeidbare 2:2 gegen Steinbach-Hallenberg verflogen?

Ein paar Tage danach schon. Wir wissen, dass wir das Spiel anders hätten gestalten müssen. Aber das ist jetzt abgehakt und der Blick richtet sich auf das nächste Spiel.

Mit Viernau gastiert am Samstag eine ähnliche Mannschaft in Ohrdruf. Droht da ein erneuter Stolperstein?

Die Gefahr ist groß. Es kommt auch auf den Platz an. Sollten wir auf dem großen Platz im Stadion spielen, sind unsere Chancen einfach besser. Auf dem kleinen Kunstrasenplatz konnten wir unser Spiel nicht so aufziehen wie gewünscht. Die Akteure wirkten nicht glücklich, auf dem Kunstrasen spielen zu müssen.

Man könnte ja auch nach Hohenkirchen oder Gräfenhain ausweichen.

Das würde vielleicht funktionieren, aber die Plätze werden deshalb nicht größer. Nicht die Beschaffenheit des Platzes ist das Problem, sondern die Abmessungen. Auf den kleinen Plätzen hat man die ganzen Vorteile nicht. Da ist es als verteidigende Mannschaft einfacher. Die Wege sind kürzer, man kann zustellen und Viernau ist nicht in der Pflicht, auf das 1:0 zu gehen. Sie können frei aufspielen und Konter setzen. Da müssten wir vorsichtig sein, denn so eine Taktik könnte uns das Genick brechen.

Kann man dieses Szenario trainieren?

Ganz schwer. Natürlich gibt es Überzahlspielsituationen, wo die angreifende Mannschaft schnelle Bälle fordern muss und sofort umschalten soll. Aber es ist nicht einfach, ein reelles Spiel darzustellen. Außerdem hat man nicht immer 22 Mann beim Training, um elf gegen elf zu spielen.

Seit langer Zeit steht Ihr Team vorübergehend nicht mehr an der Tabellenspitze. Schlimm?

Wir wissen, dass wir noch ein Spiel weniger haben und wir befinden uns ja noch in der ersten Halbserie. Wacker Gotha spielt einen guten Fußball, aber wir wissen auch, dass wir sie schon geschlagen haben. Natürlich wollen wir aber am Samstag erst einmal drei Punkte einfahren.

Macht es einen Unterschied, als Erster oder Zweiter in die Winterpause zu gehen?

Es ist mir nicht egal, aber ich kann mit beiden Szenarien leben. Wacker kommt noch zu uns, beide haben noch schwierige Spiele vor der Brust und es sind noch viele Punkte zu vergeben.

Bester Angriff (47 Tore), beste Abwehr (9 Gegentore). Da bleibt wenig Anlass für Kritik.

Ja, aber die gibt es immer. Natürlich liest sich das alles ganz gut, aber wir hätten am Wochenende zwei Zähler mehr einstreichen können, eigentlich müssen. Haben wir aber nicht, weil mitunter die Konzentration fehlte. Die müssen wir noch besser hochhalten.

Zur guten Defensive gehört auch der erst 17-jährige Torwart Oliver Apel, der in acht Ligaspielen zum Einsatz kam. Hätten Sie gedacht, dass der Sommer-Neuzugang von Empor Erfurt derart gut einschlägt?

Wir haben in den ersten Einheiten schon gesehen, dass er Potenzial hat. Mein Co-Trainer Lars Frankenberger, der ja auch Torwarttrainer ist, hat gleich gesagt, dass Oliver richtig „groß“ werden kann. Wir hatten schon gehofft, dass er den Sprung schafft. Aber dass er so viele Chancen im Tor bekommt und das derart gut macht, hätten wir nicht gedacht. Er hat sich sehr gut eingelebt und uns oft den Hintern gerettet.

Mit Niklas Schellenberg (SG Drei Gleichen) kommt ein weiterer junger Torwart im Winter hinzu. Sind auch für das Feld Veränderungen geplant?

Wir sind froh, dass wir mit ihm noch eine gute Alternative haben. Ich denke, dass wird ein guter Konkurrenzkampf. Natürlich haben wir auch für die Feldspielerpositionen Bedarf, aber ob es da zu Wechseln kommt, dazu kann ich noch nicht allzu viel sagen.

Bis zur Ohrdrufer Fußballnacht am 3. Januar ruht der Ball. Schalten Sie da vom Fußball komplett ab?

Der Fußball ist immer dabei, egal ob Champions League oder Bundesliga. Aber ja, man genießt auch einmal die Ruhe. Die Winterzeit ist ganz klar die Zeit für die Familie.

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