Die größte Summe überhaupt für den Weimarer Tauchsportclub

Weimar.  Birgit Kluge ist Vorsitzende des Tauchsportclubs in Weimar und erzählt im Interview, was man mit 5000 Euro in einem Verein anfangen kann.

Tauchsportclub erhält das Grüne Band: Vereinschefin Birgit Kluge (2.v.l.) freute sich über den Scheck von Andrea Ludwig (rechts).

Tauchsportclub erhält das Grüne Band: Vereinschefin Birgit Kluge (2.v.l.) freute sich über den Scheck von Andrea Ludwig (rechts).

Foto: Maik Schuck

Der Tauchsportclub in Weimar erhielt in diesen Tagen eine besonders frohe Kunde. Das „Grüne Band“, eine alljährlich verliehene Auszeichnung der Commerzbank und des Deutschen Olympischen Sportbundes, sollte in diesem Jahr an den Verein verliehen werden. Die Vorsitzende, Birgit Kluge, freute sich darüber natürlich – gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern.

Was macht man nun mit 5000 Euro?

Die werden wir gut zurücklegen und werden sie dann verwenden, wenn unsere Sportler wieder auf Reisen beispielsweise zu den Weltcups gehen.

Was kostet denn so eine Reise?

Das kommt auf die Entfernung an. Aber pro Athlet kommen da schon mal 250 Euro zusammen, wenn wir in Europa bleiben. Wir reisen dann immer mit etwa sechs Wettkämpfern an.

Ist Tauchen eine Randsportart?

Ja, das ist so. Das ist nicht Fußball.

Inwieweit helfen dann kleine Summen wie 5000 Euro zum Überleben?

Das ist die größte Summe, die wir jemals erhalten haben. Überlebt haben wir aber auch so – das liegt daran, dass vieles über die Eltern eigenfinanziert ist. Von daher ist es schön, wenn man nun als Verein auch mal unterstützen kann. Wir übernehmen Startgelder und können nun auch Zuschüsse für Unterkunft und Anreise leisten.

Haben Sie Nachwuchssorgen?

Nein. Ich denke, dass vieles über Mund-zu-Mund-Propaganda läuft. Wir haben eher das Problem, dass wir viel zu wenig Schwimmzeiten in der Halle haben.

Für 5000 Euro lässt sich nun keine neue Halle bauen. Was tun Sie also stattdessen?

Wir wollen niemandem Zeiten wegnehmen, was derzeit die einzige Möglichkeit wäre, mehr Training anbieten zu können. Von daher sind wir darauf erpicht, entstehende Lücken zu nutzen. Aber wir werden nicht aggressiv versuchen, jemandem etwas wegzunehmen. Wir müssen damit klarkommen, was wir haben – und das haben wir in den vergangenen Jahren gut hinbekommen. Wir bieten zum Beispiel zusätzliche Athletikzeiten an, damit wir unsere Wettkämpfer auf dem Trockenen weiter fördern können.

Wie haben Sie die Coronazeit überstanden?

Im Sommer konnten wir zum Glück sehr viel das Freibad nutzen und haben uns dort an das Hygienekonzept der Stadt gehalten – mit Abständen und großen Bahnen. Die Vereine konnten dort auch mal außerhalb der Öffnungszeiten, am frühen Morgen oder abends, trainieren. Das war gut. Jetzt in der Schwimmhalle ist es schwierig, da wir eine begrenzte Personenzahl pro Bahn haben. Das hat zur Folge, dass wir Gruppen haben, die nur 14-tägig trainieren können.

Verspüren Sie da einen gewissen Frust bei den Mitgliedern?

Natürlich würde jeder gern jede Woche zum Training kommen, aber es wissen alle, dass es weder an uns noch an der Halle, sondern an der Situation liegt. Wir sind nicht glücklich damit, akzeptieren es aber.

Zurück zu den 5000 Euro. Muss man sich für das „Grüne Band“ bewerben?

Das lief über den Sportbund. Von dort haben wir die Information bekommen, dass es diese Möglichkeit gibt und dann haben wir uns beworben. Als es dann hieß, wir hätten gewonnen, waren wir natürlich überglücklich. Wir hätten damit nämlich niemals gerechnet.

Weitere Infos zum Verein gibt es unter: www.tauchsportclub-weimar.de