Dramatik in den letzten Sekunden – und danach

Weißensee.  Hallenfußball: Sangerhausen gewinnt den 16. Systemtechnik-Cup in Weißensee im Neunmeterschießen. An der Lache/Concordia Erfurt wird Dritter.

Spannendes Finale: Erst im Neunmeterschießen besiegte der VfB Sangerhausen den Weißenseer FC aus Berlin.

Spannendes Finale: Erst im Neunmeterschießen besiegte der VfB Sangerhausen den Weißenseer FC aus Berlin.

Foto: Andreas Vogel

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Für Günther Habermann und seine Mitstreiter im Organisationsteam ist das Hallenturnier um den Systemtechnik-Cup in der Sporthalle am Weißenseer Fischhof längst zur Routine geworden. Und wer nicht nur die samstägliche 16. Auflage, sondern auch etliche vorherige zu Gesicht bekommen hat, kann sich kaum einer ähnlichen Routine im sportlichen Ablauf entziehen. Sangerhausen, Weißenseer FC aus Berlin, Sondershausen mit ihren jeweiligen Protagonisten Kevin Schäffner, Michel Seckler und Stephan Ludwig. Seit vielen Jahren sind diese drei Teams quasi gleichauf, teilen sich die Turniererfolge.

Dieses Mal hatte der VfB Sangerhausen aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt mit dem Ex-Rot-Weißen, Mühlhäuser und Sondershäuser Eric Nowak an vorderer Front die Nase vorn. In einem Herzschlagfinale setzte er sich gegen den emotionalen Dauerrivalen der vergangenen Jahre aus der Bundeshauptstadt durch. Hatte Steve Schneider vom Berliner Landesligisten zwanzig Sekunden vor Ablauf des Turnier-Endspiels noch das 2:2 erzielt, so wurde er wenige Minuten später wegen seines verschossenen Neunmeters, den er satte zwei Meter über den Kasten setzte, zum tragischen Helden des Weißenseer FC aus sportlicher Sicht. Seiner war der letzte Neunmeter, nachdem im entsprechenden Ausschießen nach dem Remis in der regulären Spielzeit alle Schützen beider Teams getroffen hatten. Zum tatsächlichen tragischen Figur der Berliner wurde Christopher Stettner, der sich ohne Fremdeinwirkung eine vermutlich schwerere Verletzung am Fuß zugezogen hatte und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Eric Nowaks Treffer zum 3:2 hauchzart nach der Schluss-Sirene

Dass es indes überhaupt zu einem Neunmeterschießen im Finale kam, lag auch an der Entscheidung, den Treffer Eric Nowaks für Sangerhausen nicht anzuerkennen, der wohl hauchzart nach der Schluss-Sirene gefallen war. Dramatik pur demnach auch in den Momenten nach der Spielzeit. Hektik war in den Schlussminuten ohnehin schon eingekehrt – nicht zuletzt, weil der Berliner Michel Seckler, Torschützenkönig vor zwei Jahren, ohne Rücksicht auf Verluste Kevin Schäffner, Torschützenkönig vom Samstag, gefoult hatte. Beide Teams mussten in der Schlussphase Zeitstrafen absitzen. Für eine weitere der zahlreichen Episoden dieser Rivalität im nächsten Winter ist das Feld bestellt.

Lediglich Rang vier holte in diesem Jahr Sondershausen, das auch spieltechnisch im Vergleich zu den Vorgängerauflagen Federn ließ. Im Neunmeterschießen unterlag der Thüringenligist dem Erfurter Landesklässler An der Lache/Concordia. Jenes Team von Coach Carsten Helzig hatte bereits in der Vorrunde 1:0 gegen Sondershausen gesiegt, überstand die Gruppenphase ohne Gegentreffer und wurde verdient bestplatziertes Team Thüringens. „Drei Minuten Unordnung haben leider gereicht, um auszuscheiden“, ärgerte sich der Trainer dennoch über das unnötige 2:4 gegen den Weißenseer FC im Halbfinale. Vor allem in Sachen Effizienz waren die Bundes- den Landeshauptstädtern deutlich voraus. Fast jeder Schuss war ein Treffer. Im anderen Halbfinale unterlag Sondershausen dem VfB Sangerhausen 2:3.

Underdogs Kölleda/Leubingen und Oberheldrungen halten gut mit

Auf einen insgesamt beachtlichen fünften Platz kam die quasi zweite Vertretung des Kreisoberligisten Kölleda/Leubingen, die zeitgleich mit der ersten (Sonnenland-Cup in Sömmerda) spielte. Sie trotzte An der Lache ein 0:0 ab und besiegte Gastgeber FC Weißensee mit 3:2.

Unter Wert wurde hingegen die über den Sieg beim Sparkassen-Cup qualifizierte LSG Oberheldrungen geschlagen. In ihrer schweren Gruppe mit Sangerhausen, dem Weißenseer FC sowie dem 1. Suhler SV reichte es bei drei knappen Partien zwar nicht zum verdienten Punktgewinn. Doch der spieltechnisch feine Auftritt von Sebastian Held, Marcus Bödger und Co bereicherte den Cup zweifelsfrei.

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