Duell der Zuschauermagneten

Erfurt  Nachdem die Basketball-Löwen Erfurt in ihrer ersten Saison in der Pro B Süd die Playoffs geschafft haben, freuen sie sich nun auf Nord-Meister Münster

Hoffnungsträger: Topscorer David Taylor laboriert an einer Knochenprellung im Fuß und wird erst kurz vor Spiel eins gegen Münster ins Training zurückkehren.

Foto: Sascha Fromm

Eines ist sicher: Das Duell im Playoff-Achtelfinale der Pro B zwischen Nordmeister WWU Baskets Münster und dem Achten der Südstaffel, den Basketball-Löwen Erfurt, wird das mit den meisten Zuschauern sein. Beide Vereine haben diese Kategorie in ihrer Staffel einsam angeführt: Zu den Löwen kamen in den elf Heimspielen der Hauptrunde im Schnitt 1144 Zuschauer, zu Traditionsklub Münster sogar deren 1986.

Löwen-Coach Florian Gut, der den Gegner derzeit eingehend analysiert, äußerste sich trotz der eindeutigen Favoritenrolle der Westfalen, die einige gestandene Zweitligaspieler im Kader haben, bei der gestrigen Pressekonferenz der Erfurter optimistisch: „Mit der Zonen- und Ganzfeldverteidigung von Münster hatten viele ihrer Gegner Probleme. Wir haben gegen so eine Verteidigung eigentlich immer ganz gute Lösungen gehabt. Das Schöne ist: Vor jedem Playoff-Duell stehen die Chancen bei 50 zu 50.“

Anlass zu Optimismus vor der am Samstag in Münster beginnenden Playoff-Serie besteht aber nur, wenn Erfurts Spielmacher und Topscorer David Taylor rechtzeitig fit wird. Taylor, der mit seiner Schnelligkeit gegen die Münsteraner Zonenverteidigung eine Waffe wäre, laboriert noch immer an einer Knochenprellung im Fuß, die ihn in den letzten beiden Hauptrundenspielen außer Gefecht setzte. „Er wird wohl erst am Donnerstag oder Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können“, so Gut.

Franklin: „Die Saison war eine Achterbahnfahrt“

Ob sie nun weiterkommen oder nicht: Für die Vereinsverantwortlichen der Löwen war die erste Saison ihrer jungen Geschichte ein Erfolg. „Die Klasse vorzeitig gesichert, mit tollen Events die Menschen in Erfurt mitgenommen und neue Fans hinzugewonnen – wir können zufrieden sein“, meinte Teammanager und Geschäftsführer Wolfgang Heyder. „Die Basis für eine erfolgreiche Zukunft ist geschaffen.“

Nun gelte es jedoch, das Budget zu erweitern. Dieses zählte mit 450.000 Euro zu den geringsten aller 24 Drittliga-Teams. Davon wurde nur rund ein Drittel für die Spielergehälter verwendet – üblich sind laut Gut 60 bis 70 Prozent des Gesamtetats. „Die Vorzeichen sind gut, dass uns unsere Hauptsponsoren erhalten bleiben. Nun gilt es, noch weitere hinzuzugewinnen, was uns im Laufe der Saison schon gut gelungen ist“, gab sich Wolfgang Heyder optimistisch. Schließlich sei die Konstanz, an der es den Löwen in ihrer Premierensaison noch fehlte, „eine Frage des Geldes“.

Der konstanteste Spieler überhaupt war zweifelsohne Robert Franklin. Der US-amerikanische Power Forward spulte ligaweit die meisten Spielminuten ab – und das mit 38 Jahren! Dabei legte er pro Spiel die drittmeisten Punkte (13,4) sowie die meisten Rebounds (12,2) und Assists (3,9) der Löwen auf. „Die Saison war eine Achterbahnfahrt“, meinte Franklin. Center Tobias Bode überragt den Routinier körperlich zwar um zehn Zentimeter, schaut aber sportlich zu ihm auf: „In Sachen Konstanz ist Robert definitiv ein Vorbild.“

Youngster Lucas Wobst, der dritte Spieler im Bunde bei der gestrigen Pressekonferenz, war indes „einfach froh, so viel Spielzeit bekommen zu haben“ – die meiste aller U19-Spieler der Südstaffel. „Ich versuche, mir in Zukunft noch mehr zuzutrauen.“

Vielleicht schon gegen Münster.

WWU Baskets Münster – Basketball-Löwen Erfurt, Samstag, 19.30 Uhr (Spiel 1). Erfurt – Münster, 10. März, 17 Uhr, Riethsporthalle (Spiel 2). Münster – Erfurt, 16. März, 20.30 Uhr (mögliches Spiel 3).

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