Küsschen für die Trophäe: Maxi Krug gewinnt in Florida begehrten Fußball-Pokal

Nordhausen.  Die Leimbacherin Maxi Krug gewinnt im amerikanischen Florida erstmals die begehrte Fußball-Meisterschaft

Maxi Krug kann nicht genug bekommen vom Pokal. Da dürfen es auch ein paar Liebkosungen sein.

Maxi Krug kann nicht genug bekommen vom Pokal. Da dürfen es auch ein paar Liebkosungen sein.

Foto: Verein

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So kurz nach den Weihnachtsfeiertagen kann man schon einmal vergnügt dreinschauen. Derweil liegt bei Maxi Krug ein Dauergrinsen auf den Lippen. Bei unserem Treffen in einem kleinen Café in der Nordhäuser Innenstadt sprüht sie vor guter Laune.

Wenn die 23-Jährige für sich das abgelaufene Jahr noch einmal Revue passieren lässt, dann kommt sie an einem sportlichen Höhepunkt nicht vorbei: dem Gewinn der NAIA-Meisterschaft – und das ist nicht irgendein Titel. Die gebürtige Leimbacherin Krug lebt seit zweieinhalb Jahren ihren Traum in Übersee mit Hilfe der Agentur „Athletes USA“. Sie studiert Sportwissenschaften an der Keiser Universität in West Palm Beach, gelegen im sonnenverwöhnten Bundesstaat Florida, und spielt für das gleichnamige Fußballteam. Anfang Dezember stemmte sie den riesigen Pott mit ihren Mannschaftskolleginnen in die Höhe. Erstmals in der Hochschulgeschichte gelang dem Team solch ein gewaltiger Coup.

„Das war schon ein krasser Moment, alle hatten Tränen in den Augen. Unser Trainer war natürlich überglücklich“, erinnert sich Krug zurück.

Im Jahr zuvor reichte es nur für den kleinen Pokal. Im Finale unterlagen sie knapp 0:1. „Das war unser Saisonziel: Wir wollten erneut ins Finale kommen und unbedingt gewinnen.“ Die Saison ist mit mehr als drei Monate recht kurz, dafür umso intensiver. Das Uni-Team blieb im Sommer von einem größeren Umbruch verschont. „Das Gros ist geblieben. Jedoch haben wir nochmal zwölf neue Spielerinnen hinzubekommen. So wuchs der Kader auf 35 Leute an. Zum Turnier durften aber nur 24 mit. Uns hat der große Kader über die Saison schon sehr geholfen“, erklärt Krug. Insbesondere in einem Punkt: drei Wechsel wie im deutschen Fußball gibt es hier nämlich nicht. „Wir können beliebig oft wechseln, was unseren Spielfluss nicht gestört hat. Wir hatten viele Spielerinnen auf einem gleich guten Level. Bei uns stimmte nicht nur die Quantität – auch die Qualität.“ So marschierte das Team bis auf eine Niederlage kurz nach Saisonbeginn fast verlustpunktfrei durch ihre Conference, es folgten zwei Siege im „Sun Conference Tournament“, um sich dann als Sieger für die Play-Offs zu qualifizieren. Das Turnier wurde in Orange Beach (Alabama) ausgetragen.

Es folgten vier Spiele in fünf Tagen. Letzteres war das Finale gegen die Marian Universität, das mit 2:0 gewonnen wurde. Krug kam nur zu einem Kurzeinsatz. „Ich war vielleicht 15 Minuten im Spiel, da hatte ich mich schon leicht gezerrt. Dem Trainer habe ich signalisiert, dass er mich auswechseln und jemanden fittes spielen lassen soll.“ Nach dem Schlusspfiff war dann alles egal. Auf dem Platz herrschte pure Freude, die Mädels ließen ihren Emotionen freien Lauf. „Alle haben sich mit uns gefreut. Ich bekam Nachrichten von fremden Leuten, die das Turnier über die sozialen Netzwerke verfolgt und vom Triumph gelesen haben“, berichtet Krug.

Auch in der Heimat freuten sich Zwei ganz besonders mit. „Meine Eltern haben natürlich gefragt, wie sich der Sieg anfühlt. Einfach unbeschreiblich. Ich war noch nie glücklicher als jetzt.“ Neben dem Pokal gibt es für jede Spielerin noch einen handgefertigten Ring. Für Krug endete das Jahr mit einem sportlichen Paukenschlag. Das Dauergrinsen war mit an Bord, als ihr Flieger wenige Tage vor Weihnachten in Richtung Heimat abhob. Gemütlich – und ohne Sport verbrachte sie das Weihnachtsfest. An den Weihnachtsfeiertagen half sie ihren Eltern in der Gaststätte „Alter Konsum“. „Bevor ich allein zu Hause sitze, war ich voll dabei. Wir hatten an beiden Tagen richtig viel zu tun.“ Nach den Festtagen gab es noch ein Geschenk: ein neues Tattoo. Ihr insgesamt zehntes. Großflächige Mandalas schmücken schon ihr Schienbein und ihre Schulter. Auf dem linken Oberarm prangt ein Kompass mit den Buchstaben der Eltern und den Schwestern Annika und Nina. Das neue Tattoo stellt einen Olivenzweig mit den Geburtsjahren der Eltern dar. Das Erste waren zwei Pfeile, gestochen mit 18. „Fast alle Tattoos haben für mich eine persönliche Bedeutung. Ein Familientattoo gibt es noch nicht, was aber eine schöne Idee wäre“, gesteht Krug. Mit ihrem Vater verbindet sie aber nicht nur die Begeisterung für die Körperkunst. Ihre zweite gemeinsame Leidenschaft sind die Zweiräder. „Ich besitze eine KTM, mein Vater eine Chopper und dann geht es im Sommer ganz gemütlich auf der Landstraße entlang. Wir waren schon in Prag oder Dänemark.“

In diesem Sommer wird Klagenfurt angesteuert – mit der ganzen Familie. Sie folgen dem Ruf einer der wohl bekanntesten Bands Deutschlands. „Ich freue mich auf das Konzert von Rammstein. Ich mag ihre Musik.“ Um danach wieder voll in die Vorbereitung auf die neue Saison zu starten. Schließlich gibt es da eine Kleinigkeit zu verteidigen.

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