Ein stolzer Nordhäuser Leichtathletik-Chef

Nordhausen.  Jons Anhalt freut sich über Nordhäuser Leichtathletik-Talente in Bundes- , Landes- und E-Kader.

Damian Bachmann, Tami Line Spangenberg, Alexander Brehm, Josh Anhalt, Chantal Rimke, Karolin von Glasenapp und Finn Fischer (von links). 

Damian Bachmann, Tami Line Spangenberg, Alexander Brehm, Josh Anhalt, Chantal Rimke, Karolin von Glasenapp und Finn Fischer (von links). 

Foto: Christoph Keil

Mystische Stimmung: wabernde Nebelfelder legen sich wie ein Schleier über die Stadt. In diffuses Licht ist der Nordhäuser Hohekreuz-Sportplatz an jenem Vormittag getaucht, als sich die ersten Sonnenstrahlen langsam durch die zarte Nebeldecke kämpfen. Die Herbstsonne gewinnt nochmals an Kraft, perfekt um sieben junge Sportler aus der Region in Szene zu setzen. Es sind sieben Kaderathleten der Sportart Leichtathletik, zwei Bundes, drei Landes und zwei E- Kader: Josh Anhalt, Chantal Rimke, Karolin von Glasenapp, Tami Line Spangenberg, Finn Fischer, Alexander Brehm und Damian Bachmann. „Die Kaderstärke ist richtig top“, sagt Jons Anhalt, Chef des Kreisfachausschusses Leichtathletik.

Für Speerwerfer Josh Anhalt (LC Jena) ist es schon die zweite Berufung in den Nachwuchs-Bundeskader 2 des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV). Vor anderthalb Jahren entschied sich der Großwechsunger für den Wechsel ans Sportgymnasium Jena, er trainiert bei Harro Schwuchow. In diesem Jahr steigerte der U-18-Athlet seine Bestleistung auf 63,62 Meter. Für Chantal Rimke (LC Jena) ist es die erste Berufung in den Nachwuchs-Bundeskader 2. Trainiert wird die junge Nordhäuserin von Speerwurf-Olympiasiegerin Petra Felke. „Chantal ist seit gut einem Jahr bei mir in der Trainingsgruppe. Sie kam zu einem Probetraining nach Jena – auffallend war ihre Vielseitigkeit und Schnellkraft. Da haben die Trainer in Nordhausen sehr gute Arbeit geleistet“, sagt und lobt die Trainerin. Mit dem Speer stellte die W-15-Athletin mit 40,42 Meter eine Bestweite auf. Eine enorme Entwicklung nahm die fleißige Sportlerin im Kugelstoßen: 15,72 Meter, Landesrekord und Rang zwei in der deutschen Bestenliste.

Ihre besondere Passion ist der Hochsprung: Karolin von Glasenapp (HSG Nordhausen) steigerte sich zu Jahresbeginn auf 1,70 Meter. In der W15 (U16) errang die von Horst Friedrich betreute Athletin bei den Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften mit 1,60 Meter den dritten Platz. Fußprobleme bremsten sie im Wettkampf aber aus. Im Sommer übersprang sie als Saisonbestleistung 1,65 Meter. Im nächsten Jahr sind die deutschen Jugendmeisterschaften das große Ziel der Landeskader-Sportlerin.

Eine vielseitige Athletin ist Tami Line Spangenberg (LV Altstadt 98 Nordhausen). Ihr bevorzugtes Arbeitsgerät ist der Speer. In der Jugend W 14 steigerte sie ihre Bestweite auf 34 Meter. „Das ist top für das Mädel. Tami betreue ich seit dem ersten Wurftraining. Sie ist im Wurfbereich stark, technisch begabt, bewegt sich sehr gut“, schwärmt Jons Anhalt.

Kugel, Diskus, Speer: Finn Fischer (HSG Nordhausen) beherrscht alle drei Wurfgeräte. Seinen Speer ließ er jüngst beim Herbstsportfest in Ohrdruf auf 45,91 Meter segeln. Obendrauf kam in der Jugend M 14 noch eine Bestleistung mit der Kugel: 11,44 Meter. „Er ist ein allgemein guter Sportler und könnte ein guter Mehrkämpfer werden. Er hat 2019 bei Martin Räcke mit dem Stabhochsprung angefangen“, berichtet Jons Anhalt, der mit Finn einen weiteren Kandidaten für die Sportschule hat.

Zwei, die dort schon sind, sind die E-Kader Damian Bachmann (HSG Nordhausen) und Alexander Brehm (LV Altstadt 98 Nordhausen). Letzterer besucht seit einem Jahr die Regelschule an der Erfurter Sportschule. „Er hatte anfangs massiv mit Heimweh zu kämpfen. Wir waren uns nicht sicher, ob er durchhält“, beschreibt Sichtungstrainer Steffen Droske vom Thüringer Leichtathletik-Verband die ersten Wochen. In dieser Zeit halfen Eltern, die Erzieherinnen im Internat sowie die Trainer vor Ort. „Ich kann jetzt sagen: Alex ist angekommen, er hat sich super eingelebt.“ Sportlich sehen ihn die Trainer eher im Wurfbereich.

Zum neuen Schuljahr wechselte Damian Bachmann nach Erfurt. „Er hat sich gut eingelebt. Man merkt, er ist sehr gut ausgebildet von der HSG. Er ist schon ein bisschen weiter als manch anderer Sportler in seinem Altersbereich“, berichtet Steffen Droske, der ihn in seinem Tatendrang manchmal ein bisschen bremsen muss.