Kommentar: Ein Weg voller Baustellen

Dirk Pille über die Chancen der deutschen Handballer bei der EM.

Dirk Pille

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Foto: Andreas Wetzel

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An das Halbfinale für Deutschlands Handballer glaubt bei der EM eigentlich keiner mehr.

Nicht einmal Trainer Prokop bringt mehr Sätze voller Vertrauen heraus. Zu schwach waren die Leistungen in der Vorrunde. Selbst gegen die Neulinge aus Holland und Lettland gelangen nur mühevolle Siege. Einzig das Weiterkommen steht auf der mageren Habenseite der Spieler aus der besten Liga der Welt. Daran klammern sich Gensheimer und Co. jetzt fest.

Doch es müsste ein wahres Wunder geschehen, wenn dieser Weg eines Teams voller Baustellen doch noch im Halbfinale endet. Schon Weißrussland, dass immerhin Serbien und Montenegro in der Vorrunde sicher bezwang, wird heute zur Nagelprobe. Die Wende muss sofort her, denn nur bei einem Sieg gegen den Außenseiter wird das Spiel gegen Kroatien am Samstag noch zum Endspiel.

Dass die neue XXL-EM kein Selbstläufer werden würde, war Fachleuten vorher schon klar. Die Ausfälle wichtiger Rückraum-Größen wie Wiede, Weinhold oder Strobel kompensiert Deutschlands Handball derzeit nicht. Dass aber quasi auf allen Positionen solch massive Probleme auftreten würden, konnte auch Trainer Prokop nicht ahnen. Sogar die erfahrenen Torhüter Wolff und Bitter spielen im Abwärtsstrudel ihrer Vorderleute wie Schatten ihrer selbst.

In Wien muss sich Prokops Team an gute Phasen gegen Spanien vor der Pause oder gegen die Niederlande zum Schluss erinnern. Vielleicht ist dann doch noch etwas drin. Selbst wenn an das Halbfinale derzeit keiner glauben kann.

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