Einer reist aus Tadschikistan an

Eisenach  47. GutsMuths-Rennsteiglauf: Wieder über 2000 Teilnehmer beim Supermarathon von Eisenach nach Schmiedefeld

Raimond Scheler ist einer von vielen „Wiederholungstätern“ auf dem Rennsteig. Voriges Jahr bewättigte der Mihlaer die 73,9 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld in 7:50 h, womit er Platz 25 in seiner Altersklasse erreichte.

Raimond Scheler ist einer von vielen „Wiederholungstätern“ auf dem Rennsteig. Voriges Jahr bewättigte der Mihlaer die 73,9 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld in 7:50 h, womit er Platz 25 in seiner Altersklasse erreichte.

Foto: Mike El Antaki

Es ist wieder so weit: Am morgigen Samstag steigt die 47. Auflage des GutsMuths-Rennsteiglaufes, dessen Supermarathon von Eisenach nach Schmiedefeld im Breitensport aufgrund seines Streckenprofils, aber vor allem wegen der unbeschreiblichen Atmosphäre Kultstatus genießt. Wie üblich müssen die Teilnehmer mitten in der Nacht raus aus den Federn. Wer beispielsweise den Shuttlebus nutzt und in Schmiedefeld einsteigt, muss 3.30 Uhr an der Haltestelle stehen. Zweieinhalb Stunden später ertönt in Eisenach auf dem Markt der Startschuss.

Die Begeisterung für die Königsstrecke ist ungebrochen groß. Genau 2081 Läuferinnen und Läufer hatten sich bis zum 10. Mai angemeldet, zahlreiche Nachmeldungen kommen erfahrungsgemäß heute und sogar noch morgen früh hinzu. Einige Teilnehmer nehmen dafür weite Anreisen in Kauf. 14 verschiedene Länder finden sich in der Startliste bei den Wohnorten, wobei oftmals im Ausland lebende Deutsche den Rennsteiglauf mit einem Heimatbesuch verbinden. Wie Bernd Hesselmann. Er arbeitet in Duschanbe für die „Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ und ist der einzige Teilnehmer, der in Tadschikistan lebt. Oder Christoph Dankert. Der Mann vom VfL Berlstedt (Weimarer Land), der schon auf allen sieben Kontinenten einen Marathon absolvierte (!), fliegt aus Oakland/USA ein. Die größte ausländische Gruppe beim Supermarathon stellt in diesem Jahr die Schweiz mit 26 Teilnehmern.

Aus dem Sportkreis Eisenach standen bis gestern 19 Ausdauerenthusiasten in der Startliste. Darunter die Dauerbrenner Alfred Radelhof und Holger Sakuth, dem es seit Jahren gelingt, die Startnummer zu ergattern, die anzeigt zum wievielten Mal er gen Schmiedefeld aufbricht. In diesem Jahr trägt der 57-jährige Steuerberater die 39. Auch das Treffurter Ehepaar Michael und Michaela Reinz kennt auf dem langen Kanten mittlerweile jede Biegung und jeden Anstieg. Beide haben sich mit den Starts beim Heim-Werratal-Marathon und beim Darß-Marathon auf den Höhepunkt des Jahres vorbereitet.

In puncto Organisation alte Hasen sind die Männer und Frauen des SV Wartburgstadt. Eisenachs großer Mehrspartenverein hält beim Supermarathon-Start wie gehabt die Fäden in der Hand. Ob bei der Startnummernausgabe, im Nachtquartier im Elisabeth-Gymnasium, beim Gepäcktransport und natürlich bei der Kloßparty heute im Festzelt, überall packen die nahezu 200 ehrenamtliche Helfer um den Verantwortlichen Jörn Köhler mit an. Zudem sichern Mitglieder von Lok Eisenach (Hohe Sonne) und der TSG Ruhla (Ascherbrück) in bewährter Weise die ersten beiden Verpflegungspunkte ab.

Als Favoriten beim Supermarathon gelten in diesem Marcel Bräutigam (Rennsteiglaufverein) und der ehemalige Triathlet Steffen Justus (FHSM Potsdam/12. in 2018).

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