Eisenach gegen Aue - Mutter aller Derbys

Eisenach.  Der ThSV Eisenach gastiert mit frischem Selbstbewusstsein beim alten Rivalen in Aue.

Die Handballer vom ThSV Eisenach wollen auch gegen Aue jubeln.

Die Handballer vom ThSV Eisenach wollen auch gegen Aue jubeln.

Foto: Sascha Fromm

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Manche Spiele sind selbst für Sead Hasanefendic, diesen von der Zeit geprüften Handball-Fahrensmann, noch emotionales Neuland. Wie das beim alten Rivalen in Aue. „Dieses Traditionsderby werde ich zum ersten Mal erleben“, sagt der 71-Jährige und leugnet seine Vorfreude nicht. Natürlich kennt Eisenachs Trainer die solchen Spielen innewohnenden eigenen Gesetze, die knisternde Atmosphäre und die Begeisterung der Fans.

Zum unglaublich 95. Mal stehen sich Aue und Eisenach am heutigen Sonnabend in der Erzgebirgshalle Aue-Lößnitz gegenüber. Seit 1961 liefern sich beide packende Duelle um Erst- und Zweitligapunkte.

Nach den als „Festspielwochen“ deklarierten vier Heimspielen mit vier Heimsiegen am Stück beginnt für Eisenach gewissermaßen die Rückkehr in den Alltag. „Eine neue Schublade wird aufgezogen“, sagt Hasanefendic, der seinen Spielern nach dem Heimsieg gegen Hamburg drei Tage frei spendiert hatte. Um die Frage, in welche Richtung es weitergeht, positiv beantworten zu können, fordert der Trainer einmal mehr Disziplin. „Unsere Tore werden wir machen“, ist er sich sicher, entscheidend aber werde es sein, „dass unsere Abwehr es den Auern nicht erlaubt, zu leichten Treffern zu kommen.“

Bester Feldtorschütze der Liga gegen den zweitbesten – auch dieses reizvolle Duell bekommen die Zuschauer heute zu sehen. Aues Adrian Kammlodt (49 Feldtore) verkörpert den Typus des modernen, torgefährlichen Rückraumspielers, Eisenachs Ante Tokic (36) den des fintenreichen Rechtsaußen. „Doch beide allein werden das Spiel nicht gewinnen“, ist sich Aues Trainer Sephan Swat sicher.

Noch immer zum Aufgebot der Erzgebirgler gehört der 46-jährige Radek Musil, der als Ex-Eisenacher für den großen Traditionsbogen steht, der dieses Spiel umspannt. Neben mehr als 200 Anhängern reisen rund 20 ehemalige Motor- und ThSV-Spieler mit Trainer Achim Ursinus an, um die Freundschaft beider Klubs neu zu beleben. Eine Idee, zu der Eisenachs Urgestein Rainer Osmann den Anstoß gab.

Aue – Eisenach, Sonnabend, 17 Uhr, Erzgebirgshalle

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