Endlich schmerzfrei: Scheffknecht kommt im THC-Rückraum in Fahrt

Erfurt.  Die Österreicherin wirft sich beim 34:23 gegen Göppingen in den Vordergrund. Ihre hartnäckige Verletzung scheint überwunden. Die Freude ist groß, aber auch der Drang nach weiteren Erfolgen.

Treffsicher: Beate Scheffknecht ist auf dem besten Weg zur alten Stärke.

Treffsicher: Beate Scheffknecht ist auf dem besten Weg zur alten Stärke.

Foto: Sascha Fromm

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Die Begrüßung war herzlich, der Abschied fiel schwer. Göppingens Torfrau Jasmina Jankovic und Beate Scheffknecht hatten sich am Mittwochabend in der Erfurter Riethhalle noch so einiges zu erzählen. Nach fast 60 Einsatzminuten standen der THC-Rückraumspielerin die Anstrengungen ins Gesicht geschrieben, vor allem aber die gute Laune. Und das nicht nur wegen des 34:23 (20:14)-Erfolges und der Wiedersehensfreude.

Die fast obligatorische Frage, wie es um die Füße stünde, erübrigte sich. „Ich mache, glaube ich, seit drei Monaten jedes Einzeltraining mit und bin auch im Alltag beinahe schmerzfrei. Ich hätte nicht gedacht, dass es nochmal so gut wird“, sagte Beate Scheffknecht, 29, und klopfte vorsichtshalber dreimal auf den Tisch.

Nach vier Spielzeiten bei Göppingen ist die Österreicherin 2015 nach Thüringen gewechselt. Seither währt fast ihre Leidensgeschichte durch Schmerzen infolge eines gereizten Schienbeinnervs. Aufgegeben hat sie nie. „Ich denke, es hat nach der Operation einfach Zeit gebraucht, bis sich die Nerven erholt haben“, sagte sie und ist froh über das gute Gefühl, den Körper voll belasten zu können, ohne zwischen den Trainingseinheiten immer erst wieder Pausen einlegen zu müssen.

Koresova fehlt in Debrecen

Ihre ungetrübte Spielfreude konnten die knapp 850 Zuschauer in der Erfurter Riethhalle sehen. Weil Iveta Koresova infolge einer Schulterprellung ausfiel und auch am Samstag im Duell bei Debrecen passen muss, war die österreichische Nationalspielerin im Dauereinsatz. Sie wusste dabei aufzufallen. Während sich Emily Bölk auf der Mitte hervortat, Alicia Stolle sich ein Lob in der Abwehr verdiente und Ann-Cathrin Giegerich als Rückhalt im Tor glänzte, warf sich Scheffknecht beim Start-Ziel-Sieg mit neun Treffern in den Vordergrund. Alle vier Siebenmeter verwandelte sie, drei davon gegen Freundin Jasmina Jankovic.

Die Niederländerin mit bosnischen Herkunft kam wie Beate Scheffknecht 2011 nach Göppingen, spielte dort drei Serien mit ihr und kam im Sommer zurück zu den Baden-Württembergerinnen. Mit ihrem anfangs vor allem über den Kreis erfolgreichen Göppinger Team konnte sie nach der Pause für einen Moment hoffen, dem THC das Leben nach einem Drei-Tore-Lauf zum 18:22 (40.) noch einmal schwer machen zu können. Dann aber fanden die Thüringerinnen zu ihrer Linie zurück. Kreisspielerin Meike Schmelzer, die starke acht Tore warf, beendete das Aufbäumen des Gastes. Der hatte durch seinen Pokalfight zwei Tage zuvor bei Neckarsulm (27:26) zu viele Kräfte verbraucht. Die Thüringerinnen dagegen drehten auf, zogen von 25:21 uneinholbar auf 32:21 davon – mit ihrer besten Werferin Beate Scheffknecht.

„Ich hoffe, dass ich der Mannschaft auch weiter so helfen kann“, sagte Beate Scheffknecht. Sie denkt von Schritt zu Schritt, um zur alten Form vor ihrer Verletzung zu finden. Gut möglich, dass sie diese im Trikot des THC weitergeht. Die Gespräche seien auf einem guten Weg, sagte Manager Maik Schenk.

Der nächste Schritt führt zunächst nach Debrecen. Im dritten Spiel der EHF-Cup-Gruppenphase gilt es bei den erfahrenen Ungarinnen im besten Fall zu gewinnen, in erster Linie aber nicht zu verlieren. „Wir wollen aus dieser Gruppe raus. Dafür brauchen wir Siege“, sagte Beate Scheffknecht im Wissen, Vollgas geben zu können.

Debrecen – Thüringer HC, Samstag, 15 Uhr.

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