„Erfurt Beach“ bringt Strand in die Stadt

Erfurt  Zum fünften Mal gastierte das Beachvolleyballfestival samt Spitzenturnier auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof.

Auf dem Bahnhofsvorplatz in Erfurt trafen Deutschlands Top-Teams aufeinander.

Auf dem Bahnhofsvorplatz in Erfurt trafen Deutschlands Top-Teams aufeinander.

Foto: Sascha Fromm

Strandfeeling mitten in der Stadt. Acht Tage lang wurde vor dem Hauptbahnhof Erfurt gepritscht, gebaggert und geschmettert. Beim fünften Beachvolleyball-Festival „Erfurt Beach 2017“ luden 350 Tonnen Sand, verteilt auf zwei 8x16 Meter große Felder, spielfreudige Sportler aller Alters- und Leistungsklassen zum gemeinsamen Beachen ein. Während sich am Vormittag jeweils bis zu 80 Kindergartenkinder im „größten Sandkasten der Stadt“ auspowerten, fanden nachmittags und abends der Firmen- und Studentencup statt.

Seinen sportlichen Höhepunkt erreichte das „Erfurt Beach“ am Pfingstwochenende mit dem „Zalando Masters“. Bereits am frühen Morgen trafen hierbei jeweils 16 Männer- und 16 Frauen-Teams aus ganz Deutschland aufeinander und spielten um begehrte Ranglistenpunkte des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV).

Mit der Einstufung in die Kategorie 1 werden bei solchen von den Landesverbänden organisierten Turnieren für die ersten neun Plätze wichtige DVV-Ranglistenpunkte vergeben. Das Siegerpaar darf sich etwa über 30 Punkte freuen, wobei jeder Spieler jeweils 15 Punkte in die Einzelwertung mitnimmt.

Dass die Zuschauer in Erfurt ein hochklassiges Turnier erwarten konnten, versprach entsprechend schon die Meldeliste. Und obwohl das Frauen-Beachduo Steger/Hoffmann aus Jena sowie der Lokalmatador Stanislav Bakumovski mit seinem Partner Tim Peter über einen siebten Platz nicht hinaus kamen, herrschte beim Publikum beste Stimmung bis zum Schluss.

Faire Spiele, starker Wind und strahlende Sieger

Getrübt wurde das Turnier zeitweilig einzig durch heftige Regengüsse und Gewitter. Doch pünktlich zu den Final-Spielen am Sonntagnachmittag ließ sich auch die Sonne wieder blicken. Das Glück und somit die Sonne über den gesamten Turnierverlauf hinweg auf seiner Seite hatte das Frauen-Siegerduo Lena Ottens und Anika Krebs. Erst ein halbes Jahr spielen die zwei zusammen, pendeln für das gemeinsame Training zwischen Berlin und Hamburg. Umso größer die Freude über den doch eher unerwarteten Sieg.

„Endlich konnten wir zeigen, dass wir als Team funktionieren. Die letzten Turniere liefen sehr holprig, es hat einfach gedauert, bis wir uns finden,“ sagte die Berlinerin Krebs. Mit einem 2:0-Sieg setzten sie sich im Finale gegen die Vorjahressiegerin Constanze Bieneck mit ihrer Partnerin und 120-fachen Hallennationalspielerin Anne Matthes durch. Leicht war es jedoch für beide Seiten nicht, wie Krebs erzählt: „Besonders der stark böige Wind heute hat ein genaues Zustellen der Bälle extrem erschwert“. Die vom Turniersprecher gelobte Fairness unter den Spielern verdankt sich dabei nicht allein dem Teamgeist und lässigen Image der Beachvolleyballer, sondern ist bereits im Regelwerk fest verankert. So wird zum Beispiel innerhalb eines Gewinnsatzes bis 21 Punkte nach jeweils sieben gespielten Punkten die Seite gewechselt.

Zudem musste beim „Zalando Masters“ jedes Team einmal in die Rolle des Schiedsgerichts und ein anderes Spiel pfeifen – Anika Krebs etwa das kleine Finale der Frauen um Platz drei.

Im Finale der Männer standen sich die Teams Höfer/Doranth und Schlegel/Beck gegenüber. Das Bayernduell gewonnen haben die Mitfavoriten Benedikt Doranth und Julius Höferg

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