Erfurter Rad-Talent Franzi Arendt holt Doppelsieg beim Heimrennen

Töttelstädt.  Der RSC Turbine Erfurt hat in Töttelstädt die ersten Nachwuchsradrennen nach der Corona-Pause organisiert. Franzi Arendt holt sich beim Heimrennen einen Doppelsieg.

Das Fahrerfeld des Eliterennens ist auf dem Zehn-Kilometer-Kurs rund um Töttelstädt unterwegs.

Das Fahrerfeld des Eliterennens ist auf dem Zehn-Kilometer-Kurs rund um Töttelstädt unterwegs.

Foto: Sascha Fromm

Am zweiten Renntag öffnete der Himmel seine Schleusen. Aber wenigstens die Organisatoren vom RSC Turbine Erfurt wurden nicht im Regen stehengelassen. Sogar Vertreter der Kirchengemeinde in Töttelstädt packten mit an. Aber auch die freiwillige Feuerwehr war bei der Absicherung der Zehn-Kilometer-Strecke nach Bienstädt und zurück zum Start im Einsatz. Ehrenamtliche Helfer aus anderen Vereinen brachten sich ebenso ein.

Dann waren noch die Corona-Bestimmungen zu beachten, damit vor den Toren von Erfurt die deutschlandweit ersten Nachwuchs-Wettbewerbe des Radsports im öffentlichen Verkehrsraum überhaupt ausgetragen werden konnten. „Unser Dank geht zum einen an den Verein für Durchführung der Rennen und zum anderen an die ganzen Helfer, die das erste Bundesliga- und Sichtungsrennen in Form eines Rundstreckenrennens 2020 organisiert haben“, sagte Günter Schabel, der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

Die Gunst der Stunde nutzte zum Beispiel gleich der sächsische Verband, um im Rahmen dieser Wettbewerbe seine Landesmeistertitel zu vergeben. Zwar gab es an beiden Tagen auch einige Stürze im Feld. Aber abgesehen von zwei Knochenbrüchen blieben die Radsportler von ganz schweren Verletzungen verschont. Auch für die Thüringer Teilnehmer wurden zugleich die Medaillen um die Landesmeisterschaft vergeben. Vor allem aber galt es, sich gegen die nationale Konkurrenz zu behaupten.

Franzi Arendt gelingt beimHeimrennen ein Doppelerfolg

Zu den wertvollsten Resultaten gehörte dabei im Bundessichtungsrennen der Altersklasse U17 der Doppelerfolg von Franzi Arendt (RSC Turbine Erfurt), die in beiden Rennen jeweils im Sprint des Feldes triumphierte. In der Gesamtwertung der Jugendsichtung behauptete sie ihren Spitzenplatz. Vereinskollegin und momentan Vierte in der Gesamtwertung, Cassandra Bloch, wurde am ersten Tag gute Siebente im Feld der 47 Fahrerinnen. In der männlichen U17 überzeugte Lucas Küfner vom SSV Gera mit den Plätzen drei und fünf. Am zweiten Tag fuhren mit Johannes Reißmann (Aufbau Altenburg) als Sechster und Luca Martin (RSC Turbine Erfurt) als Neunter zwei weitere Thüringer in die Top Ten.

In der Altersklasse U19 wurden die Rennen auf der zwölfmal zu fahrenden Runde sogar als Bundesliga-Wettbewerb gewertet. Dabei setzte sich Marco Brenner (Ansbach) nach 120 Kilometer mit einem Vorsprung von zwölf Sekunden durch und baute die Führung in der Gesamtwertung aus.

Im Eliterennen der Männer über 80 Kilometer, das Silias Motzkus aus Wangen gewann, belegten Johannes Banzer (1. RC Jena), Tobias Magdeburg (RSV Sonneberg) und Tim Oelke (P&S Metalltechnik/Meiningen) mit den Rängen 9, 10 und 14 die ersten drei Plätze in der Wertung der Landesmeisterschaft. Beim Frauenrennen siegte die in Erfurt bei Steffen Uslar trainierende Corinna Lechner (Aufbau Altenburg), Vanessa Wolfram (RSC Turbine Erfurt) belegte Platz drei. Friederike Stern vom RV Elxleben wurde Neunte und komplettierte als Dritte das Landesmeister-Podium.

Der RSC Turbine Erfurt als Veranstalter hatte derweil schon vor dem ersten Startschuss angesichts der Corona-Vorschriften eine Mammutaufgabe zu lösen. Jedem Landesverband wurde ein separater Stellplatz für die Fahrzeuge zugewiesen, der Weg zum Start mit Einbahnregelung, die Startnummernausgabe nach striktem Zeitplan, eine Erklärung zum Gesundheitszustand eines jeden Sportler, Startaufstellung mit Mund-Nasen-Schutz – schon der Auszug aus den Vorschriften lässt erahnen, an was alles gedacht werden musste.

Der Verband war froh, mit dem Erfurter Verein einen Ausrichter für die vor allem für den Nachwuchs so wichtigen Rennen gefunden zu haben. „Ohne die Zustimmung des Ordnungsamtes und den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr, der Sanitätskräfte und der Kirchengemeinde wäre dies nicht möglich gewesen“, sagte BDR-Vize Schabel.