Erfurter Sven Baum beendet Para-Karate-Saison

Erfurt.  Der Erfurter staunte über die Turniere im Internet und die steigende Professionalität der anderen Athleten.

Sven Baum während seiner Kata für das e-Turnier.

Sven Baum während seiner Kata für das e-Turnier.

Foto: baum

Auch wenn es kein leichtes Jahr ist, überwiegt bei Sven Baum doch der positive Ansatz. Sechs Turniere absolvierte der Para-Karateka aus Erfurt in diesem Jahr – drei davon als e-Tournament. Das Modell, die Wettkämpfe im Internet über die ganze Welt verteilt auszutragen, sollte sich als goldene Idee herausstellen. Nicht nur, dass die Athleten so ihrem Sport überhaupt nachgehen konnten. Die stetig wechselnde Aufstellung an Sportlern zeigte neue Trends der Sportart auf und brachte Baum und Co. mitunter ins Staunen. „Ich war erstaunt, wie stark etwa Russland im Kommen ist. Sie haben die Sportart für sich entdeckt und fördern ihre Athleten sehr stark“, sagt der 40-Jährige, der selber Mitglied der Nationalmannschaft ist. Aber auch Länder wie Indien oder Kuba haben aufgeholt; überhaupt ist das Para-Karate professioneller geworden.

Vom größeren Konkurrenzdruck konnte sich Baum bei den drei e-Turnieren überzeugen. In der letzten Veranstaltung war im Halbfinale Endstation. Auch der Sieg der in der Gesamtwertung in seiner Kategorie blieb ein Traum. Am Ende stand ein – dennoch sehr guter – dritter Rang zu Buche. „Mir hat es richtig viel Spaß gemacht. Es war ein grandioses Erlebnis. Mein Problem war, dass wir alle so eng beieinander lagen und ich bei den Turnieren nicht über das Halbfinale rausgekommen bin. Dann darf man sich nicht wundern, wenn man nicht ganz oben steht“, so Baum.

Mit dem Abschluss der Serie sind die Wettkämpfe für dieses Jahr vorbei. Baum wird zwar weiterhin in Elxleben trainieren, wo er bestmögliche Voraussetzungen hat. Wie es weitergeht, bleibt aber erstmal offen. Im Dezember werden die Weichen für mögliche Turniere 2021 gestellt. „Aber die Teil-Lockdowns machen es schwierig, etwas vernünftig zu planen“, sagt Baum. An der Leidenschaft für seinen Sport ändert dies freilich nichts. „Aber es hat mir gezeigt, dass man viel hinnimmt und zur Improvisation gezwungen ist.“